+
Knapp bemessen: 

Sauerlach muss Schulden machen

Haushalt: Absolut auf Kante genäht

Sauerlach - Auf Kante genäht, doch ausgeglichen: Sauerlach muss sparen. Für große Investitionen ist kein Geld da.

Erstmals seit Jahren werden in der Gemeinde Sauerlach mit 1,65 Millionen Euro wieder Schulden gemacht. Im Gemeinderat erntete Kämmerer Peter Bosch dennoch viel Lob für sein detailliertes Zahlenwerk. Von den Grünen gab es sogar eine Flasche Champagner. 

Bosch bilanzierte mit deutlichen Worten: „Der Haushalt 2016 ist so sehr auf Kante genäht, dass die Gemeinde überhaupt keine Luft für unerwartete Investitionen hat.“ Viele Wünsche blieben offen, eine Vielzahl von Projekten hätte gekürzt oder zurückgestellt werden müssen. „Die Verschiebungen oder Kürzungen von Unterhalts- und Sanierungsmaßnahmen verursachen nun einen Stau, den es künftig abzubauen gilt“, kündigte der Kämmerer an und ruderte sogleich zurück: „Sofern es denn die liquiden Mittel der Gemeinde überhaupt zulassen.“ 

Trotz extrem hoher Belastungen durch die Abschreibungen und Kreisumlage konnte der Haushalt ausgeglichen werden. Als „großen Ausgabebrocken“ bezeichnet der Kämmerer die Kreisumlage. Durch gestiegene Ausgaben des Landkreises im Asylbereich musste der Hebesatz für 2016 deutlich angehoben werden. Das kommt auch Sauerlach mit 4,23 Millionen Euro teuer zu stehen. In 2015 waren es 517 000 Euro weniger. Claus Koch (UBV) befand dazu: „Die Umlage hat uns hart erwischt. Aber Jammern hilft nix, wir müssen halt mit dem auskommen, was da ist.“ 

Koch zählte in Folge einige der künftigen Projekte auf, die das Gemeindesäckel belasteten. Allein für die Erweiterung der Von- Aychsteter-Grundschule (voraussichtlich rund 4,2 Millionen Euro) sind für 2016 bereits eine Millionen Euro eingestellt, für den Brandschutz in der Mehrzweckhalle 200 000 Euro, 470 000 Euro zum Bau von Straßen, Geh- und Radwegen. „Insgesamt ist das alles aus dem laufenden Haushalt nicht zu stemmen“, so Koch. 

Zum ersten Mal seit fünf Jahren müsse die Gemeinde Schulden aufnehmen: 1,65 Millionen Euro in 2016, weitere 4,15 Millionen Euro in den beiden Folgejahren. Gut, man wolle investieren, aber ohne Geld gehe es nun mal nicht. Vielleicht, so Koch mit einem Augenzwinkern, sollte der Kämmerer die Anschaffung eines Goldesels erwägen. 

„Trotz Kreditaufnahmen noch eine ausgewogene Sache“: Rückendeckung fürs Zahlenwerk gab es auch von Paul Fröhlich (CSU), ein Amtskollege von Bosch. Der Verwaltungswirt ist Kämmerer in Oberhaching. Wolfgang Büsch (Grüne) und Alexander Rickert (SPD) schlossen sich grundsätzlich an und konnten dem nur beipflichten. 

Aber es gibt auch Positives von den beiden wichtigsten Ertragsquellen der Gemeinde zu vermelden. So konnten in 2015 rund 4,5 Millionen Euro an Gewerbesteuererträgen kassenwirksam vereinnahmt werden, rund 400 000 Euro mehr als im Vorjahr. Der Hebesatz bleibt unverändert bei 295 Prozentpunkten. „Sehr interessant für Firmen, die sich hier vielleicht ansiedeln wollen“, betonte Bosch. Mit 5,8 Millionen Euro beziffert der Kämmerer den Anteil 2016 bei der Einkommensteuer, ein Mehrertrag von 422 000 Euro zum Vorjahr. Das Haushaltsvolumen beziffert Kämmerer Peter Bosch insgesamt auf rund 20,5 Millionen. „Für unsere kleine Kommune doch ganz stattlich“. Der Gemeinderat sah das genauso und gab dem Haushalt einstimmig grünes Licht.

kko

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Unfall im Einsatz: Streifenwagen kollidiert mit Auto
Frontal ist am Freitag ein Streifenwagen der Polizei bei einer Einsatzfahrt in Haar mit einem Auto kollidiert. 
Unfall im Einsatz: Streifenwagen kollidiert mit Auto
Schwerer Schlag: Edeka schließt - Bürgermeister sauer
Schock für die Anwohner: Ein Edeka, der für viele Bürger wichtig war, schließt Ende April. Der Bürgermeister zeigt sich alles andere als erfreut.
Schwerer Schlag: Edeka schließt - Bürgermeister sauer
„Eine Katastrophe! Wie viele müssen noch verletzt werden, bevor sich hier etwas tut?“
Es ist erst wenige Tage her, als es auf der Staatsstraße 2573 zwischen Arget und Lochhofen zu einem schweren Verkehrsunfall kam. Die Kreuzung ist bekannt als …
„Eine Katastrophe! Wie viele müssen noch verletzt werden, bevor sich hier etwas tut?“
Kampf um Zebu-Rinder endgültig verloren
Christine Scherr wird ihre Zebu-Rinder nicht wiedersehen. Sie hat den Kampf um 150 Tiere endgültig verloren, die Behörde hat sie bereits verkauft.
Kampf um Zebu-Rinder endgültig verloren

Kommentare