Oskar Zimmermann ist im Alter von 97 Jahren gestorben.
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Oskar Zimmermann ist im Alter von 97 Jahren gestorben.

Nachruf: Oskar Zimmermann schläft im Alter von 97 Jahren friedlich ein

Die Familie stand immer im Vordergrund

  • Laura Forster
    vonLaura Forster
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Nach einer Operation hatte Oskar Zimmermann noch allerlei Pläne, aber dazu kam es nicht mehr: Der in Sauerlach überall bekannte Argeter starb mit 97 Jahren.

Sauerlach – Fast jeder im Dorf kannte ihn: Oskar Zimmermann. Der Argeter war nicht nur engagierter Gemeinderat und Zweiter Bürgermeister, er setzte sich auch für viele Vereine ein, war jahrelang mit der Reisegruppe der Raiffeisenbank Sauerlach in der Welt unterwegs und hatte immer ein offenes Ohr für seine Mitmenschen. Am 8. Februar starb Zimmermann mit 97 Jahren.

Geboren wurde er am 26. Oktober 1923 in Arget. Während des Zweiten Weltkriegs diente er in Frankreich und wurde später nach Russland versetzt. Nach Kriegsende kehrte er wieder zurück nach Hause und heiratete im August 1950 seine Frau Maria. Die beiden bekamen zwei Kinder, zwei Enkelkinder und vier Urenkel.

„Er war ein geselliger, herzensguter Mensch, der seine Familie liebte“, sagt sein Sohn Oskar Zimmermann. Im Sommer freute er sich immer auf die gemeinsamen Grillabende im Garten mit anschließendem Kartenspielen. „Mit vier Generationen aus der Familie zusammenzusitzen war für ihn etwas ganz Besonderes.“

Doch nicht nur seine Familie trauert um ihn, auch viele CSU-Mitglieder kannten und schätzten Zimmermann. Er war fast 20 Jahre für die CSU im Gemeinderat Arget und später fast genauso lang im Sauerlacher Gemeinderat. Von 1966 bis 1978 hatte Zimmermann das Amt des Zweiter Bürgermeisters inne. „Er war ein engagiertes CSU-Mitglied“, sagt sein Sohn. „Er war immer ganz begeistert, als er zu seinen runden Geburtstagen Glückwünsche von Edmund Stoiber, Horst Seehofer oder Markus Söder bekam.“

Zimmermann war nicht nur kommunalpolitisch aktiv, er war auch in vielen Vereinen tätig. „Jeder Verein war stolz, dass er dabei war“, sagt sein Sohn. Mit seinem Wissen über den Ort und seiner Erfahrung als hauptberuflicher Immobiliengutachter konnte er überall etwas einbringen. Vor allem die Veranstaltungen des Sportvereins besuchte er als Gründungsmitglied gerne. „Obwohl er selbst nicht aktiv war, war sein Lieblingssport Fußball.“ Nicht nur die Turniere des örtlichen Sportvereins, auch Bundesliga oder Champions League verfolgte er gerne.

Mit der Pensionierung kam die große Reiselust

Mit der Pensionierung im Alter von 65 Jahren begann auch Zimmermanns Lust zu reisen. Amerika, Türkei, China, Russland, Norwegen – mit der Reisegruppe der Raiffeisenbank Sauerlach besuchte er viele Länder. Oft begleitete seine Frau Maria ihn, bis sie 2004 völlig unerwartet starb. „Das war schon schwer für ihn, aber seine Familie hat ihn unterstützt.“

Geistig topfit und rüstig bis ins hohe Alter – das war Oskar Zimmermann. Eine Gehhilfe habe er nie gebracht. „Seine Einkäufe hat er bis zum Schluss immer selbst erledigt.“ Auch um mit den Bürgern im Gespräch zu bleiben.

Im Herbst 2020 musste Zimmermann jedoch operiert werden. „Nach der OP wurde er viel zu früh aus dem Krankenhaus entlassen“, sagt sein Sohn. Zimmermann musste noch zweimal in die Klinik, die Ärzte schickten ihn danach auf Reha. Wieder zuhause musste der 97-Jährige feststellen, dass er körperlich nicht mehr so fit war wie vorher. Doch Zimmermann wollte sich seine alte Form zurückerkämpfen.

Am Morgen, bevor er starb, erzählte er seinem Sohn noch hoffnungsvoll, dass er mit seinem Physiotherapeuten beim nächsten Besuch mit den Krücken durch den Garten gehen möchte. Nach dem Mittagessen legte sich Zimmermann hin. „An diesem Tag ist er für uns alle ganz überraschend nicht mehr aufgewacht und für immer friedlich eingeschlafen.“

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