TSV bekommt endlich Kunstrasenplatz

Genauso standhaft, wie sich das kleine gallische Dorf von Asterix gegen die Römer verteidigt hat, kämpfte der TSV Sauerlach für seinen Kunstrasenplatz. Jahrelange Überzeugungsarbeit liegen hinter den tapferen Mannen des Traditionsvereins. Die Mühe wurde belohnt: Mit 13:6-Stimmen gab der Gemeinderat jetzt grünes Licht.

Sauerlach– 750 000 Euro waren zwar bereits für ein Kunstrasenfeld am Otterloher Feld im Gemeindehaushalt eingestellt. Allerdings nur als Option. Diese Hürde haben die Verantwortlichen des TSV mit Bravour gemeistert. „Wir hatten schon fast nicht mehr daran geglaubt, die letzte Ratssitzung war schon eine echte Zitterpartie“, sagt Vorsitzender Hans Gruber auf Anfrage des Münchner Merkur.

Schon einmal, 2015, war ein ähnlicher Antrag mit 9:9-Stimmen vor dem Gremium gescheitert. Aber der TSV blieb am Ball und zog es weiter durch. Mehr hätte der Verein jetzt nicht tun können. Gerade in den Wintermonaten sind die Trainingsmöglichkeiten der Mehrzweckhalle erschöpft. Immer wieder nutzten die Verantwortlichen die Bürgerfrage-Viertelstunde vor der Ratssitzung, um auf das Problem hinzuweisen. So auch in der jüngsten Sitzung. Bernhard Wagner, seit Jahrzehnten Vereinsmitglied, jetzt Schriftführer, hielt ein eindringliches und finales Plädoyer für seinen Verein. Etwa 15 Fußballer und auch Vorstand Hans Gruber waren gekommen. Er kam, sah und siegte – nach beinah sieben Jahren andauernden Verhandlungsbemühungen.

Zu denen, die nach wie vor gegen die Entscheidung hielten, war Axel Horn (Grüne). Mehrmals schon hatte er auf Nachteile von Kunstrasen hingewiesen. Dieser würde gerade im Sommer viel zu heiß, auch die spätere Entsorgung des Materials bereite Probleme. Für ihn sei im Grunde nur ein Hybrid-Rasen ein möglicher Kompromiss zum Naturplatz. Dagegen standen unter anderem Argumente des vom Deutschen Fußballbund Experten Klaus Drescher, der auf einer der vergangenen Sitzungen referierte (wir berichteten). Seine Argumente flossen ebenfalls in die Entscheidungsfindung ein.

Die ganzjährige Bespielbarkeit und geringe Unterhaltskosten punkteten beim Kunstrasen. Auch das Verletzungsrisiko im Spiel sei laut einer UEFA-Studie bei beiden Plätzen gleich. Die Ausschreibung läuft bereits, damit das Projekt noch in diesem Jahr realisiert werden kann. Im Visier ist auch eine Firma aus Markschwaben. Sogar eine Bewässerungsanlage für die heißen Sommermonate soll es laut Hans Grund geben. „Sauerlach wächst, es gibt immer mehr Sportler, und das ist eine wichtige Möglichkeit der Entlastung“, sagte Bürgermeisterin Barbara Bogner am Ende. Sie freue sich für den TSV und hoffe, dass der Kunstrasenplatz noch bis September realisiert werden kann, pünktlich vor der Wintersaison.

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