Vier Windräder am Horizont: So könnte der Blick in die Berge von Sauerlachs Gemeindeteil Lanzenhaar bald aussehen.
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Vier Windräder am Horizont: So könnte der Blick in die Berge von Sauerlachs Gemeindeteil Lanzenhaar bald aussehen.

Positives Ergebnis der Wind- und Artenschutzuntersuchungen

Windpark im Hofoldinger Forst: Sauerlach hat entschieden

  • Laura Forster
    vonLaura Forster
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Der Gemeinderat in Sauerlach hat sich fast einstimmig für den Bau der Windräder entschieden. Bis alle Genehmigungen durch sind dauert es aber noch einige Zeit.

Sauerlach – Das erste grüne Licht für den Windpark im Hofoldinger Forst gab es jetzt in der Gemeinderatssitzung in Sauerlach. Nachdem das artenschutzrechtliche Gutachten und auch die Windmessungen positiv ausfielen, hat die Kommune als erste Gemeinde der Arbeitsgemeinschaft Windenergie Hofoldinger Forst (ARGE), zu der auch Aying, Brunnthal und Otterfing (Kreis Miesbach) gehören, über das weitere Vorgehen abgestimmt. Fast einstimmig beschloss der Gemeinderat die Errichtung der vier Windräder – trotzdem waren nicht alle Mitglieder zufrieden.

Seit Jahren plant die ARGE vier Windkraftanlagen entlang der A8. Nun nimmt das Vorhaben langsam Fahrt auf. „Ein ganzes Jahr lief die Untersuchung der artenschutzrechtlichen Kartierung“, sagte Gemeindemitarbeiter Martin Sterflinger in der Sitzung. Vögel, Fledermäuse, Reptilien und Amphibien wurden beobachtet. Zwei unabhängige Büros entwarfen ein Gutachten – und „es konnten keine Bedenken gefunden werden“. Die finale Entscheidung liege zwar bei der unteren Naturschutzbehörde, doch „nach den bisherigen Ergebnissen schaut es so aus, als ob nichts gegen den Bau der Windräder spricht“, sagte Sterflinger.

Windräder im Hofoldinger Forst: Messungen ergeben Geschwindigkeit 5,7 Metern pro Sekunde

Die geplanten Windkraftanlagen haben nicht nur die Artenschutzuntersuchungen bestanden, auch die Windmessungen im Hofoldinger Forst fielen erfreulich aus. Ein sogenanntes LiDAR-Gerät hat seit Dezember 2019 ein Jahr lang Messungen durchgeführt, die mit den Daten der Windräder in Bruck (Kreis Ebersberg) und Berg (Kreis Starberg) verglichen wurden. Das Ergebnis: An den geplanten Standorten in 165 Metern Höhe herrscht eine mittlere Windgeschwindigkeit von 5,7 Metern pro Sekunde. Das würde pro Windrad jährlich über 10 000 Megawattstunden Strom bedeuten. Zum Vergleich: Für den gleichen Ertrag sind zwölf ein Hektar große Photovoltaik-Anlagen nötig. „Für die vier Windräder wären das rund 44 000 Megawattstunden.“

Bis es zur Genehmigung des 23 Millionen Euro teuren Windparks kommt, wird es aber noch bis mindestens Mitte 2022 dauern. „Das heißt der Bau könnte 2022 oder 2023 stattfinden“, sagte Sterflinger.

Otterfinger Windrad zu nah an Gemeindegrenze

Gemeinderat Robert Lechner (CSU) ging das alles etwas zu schnell. „Bis jetzt bin ich davon ausgegangen, dass es noch keine genauen Standorte gibt“, sagte er. „Das sieht auf der Karte jetzt aber ganz anders aus.“ Ihm liegen die Windräder der anderen Kommunen zu nah an der Gemeindegrenze. „Das schiebt sich alles Richtung Sauerlach.“ Vor allem die geplante Anlage in Otterfing ist ihm ein Dorn im Auge. Bügermeisterin Barbara Bogner (UBV) konnte den Einwand verstehen und gebe ihn auch weiter an die die ARGE. Eine Standortverschiebung wäre jedoch mit erneuten Kosten und Zeitaufwand verbunden. „Das würde bedeuten, dass wir noch einmal von vorne anfangen müssen“, sagte Sterflinger. Auch Klaus Zimmermann (UBV) hält nichts von der Planänderung. „Jetzt wurden schon alle Artenschutzuntersuchungen und Windmessungen für diesen Standort gemacht.“

Bogner sei es wichtig auch die Sauerlacher in das Projekt einzubeziehen. Immerhin sollen die Anlagen mit einer Bürgerbeteiligung entstehen. „Es wird eine Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle geben“, sagte sie. Eigentlich war die Veranstaltung für Ende April geplant. Doch aufgrund der aktuellen Corona-Lage kann sich der Zeitpunkt auch noch nach hinten verschieben.

Der Finanzausschuss hat de Haushalt für 2021 verabschiedet. Die Gemeinde will mit Krediten bis 2024 rund 35 Millionen Euro ausgeben.

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