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Auf Kundenwunsch: Naturgefärbte Ostereier macht Kathrin Dörfler an ihrem Stand mit Gravur zu Unikaten.

Sauerlacher Dult:

Künstlerischer Vorbote des Frühlings

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Rechtzeitig vor Ostern verwandelt sich die Sauerlacher Mehrzweckhalle in ein Eldorado schöner Dinge. Skulpturen, Schmuck, Grafiken, Mode. 95 Werkstätten und Ateliers präsentierten auf der Frühlingsdult ihr Können. Ein Publikumsmagnet seit Jahren.

Sauerlach – Mehr als 7000 Einladungen gingen im Vorfeld an Stammbesucher. Eines hat sich bei einem Rundgang in der lichtdurchfluteten Halle stets gezeigt: Hier gibt es immer besondere Dinge zu entdecken, auch seltene Handwerkskünste. Ein Beweis dafür ist der Stand des Ehepaars Ellen und Johannes Ostendorf aus Aschebert bei Münster/Westfalen. In einem Bauernhof von 1530, den sie liebevoll restauriert haben, ist ihr „Blauweißchen“ untergebracht. „Wir bieten dort etwa 2700 handgestochene Modeln zum Stoffdruck an“, erklärt die studierte Produktdesignerin.

Nach Sauerlach mitgebracht hat sie eine ganze Reihe davon und zeigt den Besucher gleich, wie diese funktionieren. Die Modeln nach eigenem Entwurf lässt sie von Formstecher-Meistern anfertigen. „Ein Beruf, der immer seltener wird“, bedauert Ostendorf. In Druckseminaren gibt sie ihr Können weiter(Infos: www.blauweisschen.de). Ein paar Schritte weiter surrt die Gravurnadel von Kathrin Dörfler. Nicht auf Gold und Silber, sondern auf Eiern von Huhn, Gans und Strauß. Und das auf persönlichen Wunsch der Kundschaft. Gerade schreibt sie ein Geburtstags-Ei für eine Tina, 1968 geboren. „Sobald die persönliche Widmung auf dem Ei ist, ist es ein Unikat“, erklärt die 47-Jährige. Sie benutzt ausschließlich natürliche Farben. Das zart auberginefarbene Ei in ihrer Hand ist mit Hilfe getrockneter Cochenilleläusen aus Teneriffa gefärbt. Das so gewonnene Karmin ist ein gebräuchlicher Lebensmittelfarbstoff.

Kathrin Dörfler ist eine echte Allrounderin. Von der Floristik, über die Weidenflechtkunst bis hin zum Filzen. Und sie ist ehrenamtliche Jugendbeauftragte für Gartenbau und Landschaftspflege in Oberfranken. In Workshops bringt sie junge Leuten auf die Spur zur Natur.

Nur ein paar Stände weiter hat Axel van Severen sein Refugium. Gerade berät der „Web-Designer“ eine Kundin aus Unterhaching. Jutta Tuma interessiert sich für die Jacken aus Seidenchenille. Die Stoffe webt Van Severen selbst. Die Handwebstühle in seiner Nürnberger Werkstatt sind teils 150 Jahre alt. Einen Internet-Auftritt hat er nicht, man trifft ihn nur auf Messen. „Axel van Severen ist einer meiner treuesten Aussteller und fast seit Anbeginn dabei“, freut sich Alicja Pallion.

Seit 1979 gibt es bereits die Frühlings-Dult und ihr Pendant im November – einst gegründet von dem verstorbenen Künstler Volker Pilzecker. Alicja Pallion führt die beiden Messen in seinem Sinne weiter, setzt auf wahre Handwerkskünste. „Es war so schön, heuer wieder so viele Stammkunden begrüßen zu können“, zog Alicja Pallion abschließend Bilanz. Schon jetzt laufen die Planungen für die Nikolaus-Dult im November.

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