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Das Sauerlacher Auswanderer-Ehepaar, Thomas Lehn und Constanze Kühnel, im Iran. Die beiden schreiben in ihrem Blog: prächtige Inszenierung islamischer Kultur.

Auswanderer-Ehepaar aus Sauerlach 

Iran: „Geheimpolizei immer absolut höflich“

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Insgesamt sieben Monate haben Thomas Lehn und Constanze Kühnel bis zuletzt im Iran verbracht, erst vor wenigen Tagen verließen sie das Land

Sauerlach– Im Interview mit dem Münchner Merkur schildert das Auswanderer-Ehepaar aus Sauerlach, das seit 2012 mit einem umgebauten Lkw die Welt bereist, seine Eindrücke aus dem Iran.

Der CSU-Politiker und EVP-Fraktionschef im Europa-Parlament, Manfred Weber, hat gesagt, „der Iran ist ein Terrorregime“. Wie habt ihr das erlebt? Wie steht die normale Bevölkerung zu den Revolutionsgarden?

Unserer Meinung nach ist der Iran kein Terrorregime. Natürlich ist es eine Diktatur der Kleriker, doch wenn man das normale Alltagsleben kennt und weiß, was in den vergangenen 40 Jahren alles hier entstanden ist, findet man sehr viel Positives: Schulsystem (in jedem Dorf Schulen, jede Menge Universitäten auf gutem Niveau), medizinische Versorgung (hochwertige Strukturen, beste Ärzte), Infrastruktur (moderne Metro in den Großstädten, Autobahnen) – alles Dinge, die es vor der Revolution nicht gegeben hatte. Die normale Bevölkerung ist zweigeteilt: Natürlich gibt es viele, die das Regime gerne stürzen sehen würden, doch andererseits haben sie auch keinen Plan für das Danach. Aber es gibt sicher ebensoviele, die ganz zufrieden sind mit der Situation als solches.

US-Präsident Trump drohte mit dem Abzug von Truppen, die Europäer indes wollen ihre im Irak lassen, „damit kein Chaos“ entsteht. Wie wichtig ist aus eurer Sicht externe Militärpräsenz?

Wir denken, dass die westliche Politik der militärischen Einmischung und Präsenz generell zu überdenken ist. Externe Militärpräsenz ist nur dann legitimiert, wenn sie ausdrücklich gewünscht ist. Und dies ist meist äußerst zweifelhaft.

Welche persönlichen Erfahrungen habt ihr mit Iranern gemacht? Habt ihr euch jemals unsicher gefühlt und eine heikle Situation erlebt?

In den vergangenen Jahren waren wir insgesamt über sieben Monate in Iran. Nie haben wir uns in irgendeiner Weise bedroht oder unsicher gefühlt! Natürlich gab es immer wieder mal Kontrollen durch die Geheimpolizei, jedoch immer absolut höflich. In keinem anderen Land, das wir bisher bereist haben, und das sind inzwischen über 70 Staaten, sind wir bisher so freundlich und zuvorkommend aufgenommen worden. Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft sind im Iran sensationell.

Wie steht es um die Rolle der Frauen? Kimia Alisadeh, als erste Iranerin bei den Olympischen Spielen 2016 eine Medaille gewonnen hat, kehrte jetzt ihrer Heimat den Rücken und flüchtete ins Ausland, weil Frauen im Iran unterdrückt würden.

Die Stellung der Frau ist grundsätzlich in der islamischen Welt und vor allem Öffentlichkeit eine andere als in unserer Kultur. Das ist nicht erst seit der islamischen Revolution in Iran so. Patriarchische Gesellschaften haben ein anderes Weltbild von Frauen, das ist nun mal so. Klar, besonders die jüngeren Generationen öffnen sich hier immer mehr, vor allem die Social Media sind hier Wegbereiter. Konflikte lassen da nicht lange auf sich warten, denn westliche Kultur und islamische Tradition passen einfach nicht zueinander. Doch wir haben nie wirklich das Gefühl, wenn wir uns mit den Frauen unterhalten, dass sie sich unterdrückt fühlen. Höchstens in manchen Situationen etwas gegängelt.

Wohin geht die weitere Reise?

Jetzt erst mal Türkei – und dann sechs Monate Heimaturlaub in Deutschland. Anschließend geht’s wieder zurück – in den Iran. Und dann weiter nach Armenien, Georgien und Russland.

Weitere Infos zur Tour der Sauerlacher unter www.mantoco.com. Über die Entwicklungen im Iran halten wir Sie in unserem News-Ticker auf dem Laufenden.

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