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Die Parkbuchten sind für die Lkw zu klein.

Gemeinde hat die Nase voll

Lkw-Ärger in Sauerlach: 

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Umgeknickte Verkehrsschilder, zerfurchte Bankette: Die Könige der Straße und ihre Trucks hinterlassen in Sauerlach eine Spur der Verwüstung. Die Gemeinde hat mittlerweile die Nase gestrichen voll, kann sich der Lkw-Flut aber kaum erwehren.

Sauerlach – Der Bereich um den Dehner-Kreisel ist am meisten betroffen. Guter Rat ist teuer. „Es ist wirklich uferlos, wir müssen handeln“, sagt Bürgermeisterin Barbara Bogner. Das Fass zum Überlaufen brachte letztlich eine Dokumentation von Martin Sterflinger, Leiter des Umweltamtes. Ende März fotografierte er die Schäden tonnenschwerer Trucks im Bereich Am Heizwerk sowie der Robert-Bosch-Straße. Teilweise ist dort das Parken für Lkw nicht einmal erlaubt. Das Ergebnis: 6400 Euro Schäden. Kosten, auf der die Gemeinde sitzen bleibt.

Geschädigt waren meist Parkbuchten und Gehsteige, die einfach über- und zerfahren wurden. Auf Schilder oder gar Bäume nahmen die Fahrer, so scheint es, kaum Rücksicht. Verführerisch ist für sie die Nähe zur A 8, zu den Discountern dort und der großen Tankstelle. Das Problem: Lkw-Fahrer sind gesetzlich zu regelmäßigen Pausen verpflichtet, und die Autobahn-Parkplätze meist überfüllt. Wie die Raststätten Hofoldinger Forst und Holzkirchen Süd, die Sauerlach am nächsten sind. „Wenn der Fahrer bei uns parkt, weil er Pause machen muss, können wir ihn schlecht wegschicken“, sagt Bogner auf Anfrage. Hier seien ganz klar der Staat und der Bund gefordert, um ausreichende Parkplätze zu bauen. „Aber die wälzen das Problem nur auf die Kommunen ab“, sagt die Rathaus-Chefin verärgert. Sie könne jeden einzelnen Fahrer verstehen, dieser hätte kaum die Wahl. Zudem würden sie von ihren Speditionen per GPS überprüft.

„Plastikmüll gelangt auf die Äcker“

Neben dem Parkproblem gibt es aber auch noch ein „Wahnsinns-Müllproblem“, nämlich in der Robert-Bosch-Straße. Sehr zum Ärger der Landwirte, die dort Felder haben. „Der ganze Plastikmüll und Schlimmeres gelangt auf die Äcker“, sagt Bogner. Deshalb habe die Gemeinde hier bereits Mülleimer und ein Dixi-Klo aufgestellt. Der Erfolg halte sich in Grenzen. Was also tun? „Wir könnten die kommunale Verkehrsüberwachung schicken, aber die dürfen nicht abkassieren, sondern nur eine Rechnung schicken“, hatte Bogner bereits im Bauausschuss bedauert.

Der Großteil der Lkw stammt aus osteuropäischen Staaten, die Verwarnung verjährt häufig. „Die Polizei unterstützt uns hier zu wenig, ist überfordert und hat dafür kein Personal“, sagt Bogner. Die Gemeinde werde derweil Findlinge an Bereichen postieren, wo dies möglich sei. Dann können nur noch Pkw dort parken. Freilich werde das Problem dadurch nur verlagert. Aber einen Versuch sei es wert. „Die Fahrer sind untereinander vernetzt, die wissen und geben weiter, wo man parken kann. „Probieren wir’s also mal mit Steinen, mal sehen, was passiert“, sagt Bogner. Mit Argusaugen werde die Gemeinde das Problem weiterhin verfolgen.

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