Eine Schülerin meldet sich in einer Grundschule
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Die Zahl der Schüler, die aufs Gymnasium gehen, steigt.

Chancen für Schule in Sauerlach stehen gut

Schülerzahlen steigen: Landkreis peilt 20. Gymnasium an

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Die Zahl der Schüler, die aufs Gymnasium gehen, steigt. Der Kreis steuert daher auf sein 20. Gymnasium zu.

Landkreis – Gerade ist in Unterföhring eine neue fünfzügige Schule entstanden – das 17. Gymnasium im Landkreis. Ausgelegt ist es für 1200 Schüler. Von den aktuell 308 Kindern kommt das Gros aus Unterföhring sowie aus nord-östlichen Münchner Stadtteilen.

Der Landkreis ist Zuzugsgebiet. Seit Jahren eröffnet an den Rändern der Landeshauptstadt eine weiterführende Schule nach der anderen. Unterföhring sei das 96. Gymnasium im Bezirk Oberbayern-Ost, sagte der Ministerialbeauftragte Richard Rühl bei der Einweihung des neuen Schulhauses, „gerade wird geprüft, ob Sauerlach das 97. bekommt“.

„Wir sehen den Bedarf“

Gemeinde und Landkreis haben die Anträge gestellt. Jetzt müssen die Unterlagen verschiedene Stellen im Kultus- und im Finanzministerium passieren. „Dabei wird geprüft, ob andere Gymnasien in ihrem Bestand gefährdet werden“, sagt Richard Rühl, der für den Bezirk Oberbayern-Ost verantwortlich ist. Seine Abteilung habe bereits das Sauerlacher Gymnasium befürwortet, „wir sehen den Bedarf“. Nun liegen die Anträge beim Bezirk Oberbayern-West, zu dem das Gymnasium Bad Tölz gehört, das Schüler aus Sauerlach beschult.

Als im Mai 2015 erst im Kultus- und dann im Finanzministerium das Gymnasium Unterföhring genehmigt wurde, hatte man Sorge, dass die benachbarten Gymnasien in Garching und Ismaning unterwandert werden würden. Das habe sich nicht bewahrheitet, berichtete Rühl: „Wir sehen, dass alle neuen Gymnasien voll werden.“ Jedes zweite Jahr würden die Statistiker ihre Schülerprognosen nach oben korrigieren.

Im Landkreis München gibt es bereits 17 Gymnasien, 20 könnten es bald werden.

Das Kirchheimer Gymnasium wird neu gebaut, das Gymnasium Haar erweitert. Neu genehmigt sind die Gymnasien Aschheim, Putzbrunn, Poing (Kreis Ebersberg) und ein weiteres Gymnasium auf dem Gelände der Bayernkaserne in München.

Zugleich werden die Schulhäuser immer teuerer. Unterföhring hat 93 Millionen Euro für das Gymnasium gezahlt, davon kommen 28 Millionen vom Landkreis. Personalkosten trägt der Freistaat. Die Frage ist, ob Geld für weitere Lehrkräfte bereitsteht, wenn in den Corona-Rettungsschirm schon Milliarden fließen? „Es muss Geld da sein“, so Rühl, „Schulen werden gebraucht. Man kann die Gymnasien nicht ins Unermessliche wachsen lassen.“ In Neubiberg und Ottobrunn seien die Oberschulen „voll bis übervoll, dabei ist Neubiberg gerade erweitert worden.“ Hinzu kommt, dass durch die Rückkehr zum G 9 die Schülerzahlen zulegen. Im Jahr 2026 werde es in jedem Gymnasium eine zusätzliche 13. Jahrgangsstufe geben.

Verbunden mit der erhöhten Geburtenrate und dem Zuzug macht das die Aussichten für ein Gymnasium Sauerlach immer konkreter.

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