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Ross und Reiter sind wieder auf dem Weg zur Segnung beim Dreikönigsumritt.

Dreikönigsumritt

Parade mit Segen

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Der Erhalt von Brauchtum und Kultur liegt denen am Herzen, die zum traditionellen Dreikönigsritt nach Arget kommen. Etwa 500 Zuschauer und 99 Reiter mit ihren geschmückten Rössern zählte heuer die Ortsfeuerwehr.

Arget – Der Umritt ist seit 1994 fester Bestandteil im Jahreskalender der Gemeinde. „Das war doch mal ein richtiges Traumwetter“, freute sich Norbert Hohenleitner, Kommandant der Feuerwehr, für die Akteure. Wie in den Vorjahren sorgten er und seine Leute für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. 2017 hatten sie freilich weniger zu tun: Bei eisigen Temperaturen hielt sich das Zuschauerinteresse im Zaum, nur 60 Reiter kamen.

Hanna Reiter (9, unten rechts) ist eine der jüngsten Teilnehmerinnen. Ihr Großvater Walter begleitet die leidenschaftliche Reiterin, die schon zum dritten Mal dabei ist.

Start ist stets nach dem Festgottesdienst des Dreikönigstags. Noch während Prälat Walter Wakenhut in der Kirche den Sternsingern für ihr Engagement dankt, gehen Ross und Reiter vor St. Michael in Position. Geduldig schnauben und stampfen dabei die Haflinger und Kaltblüter, darunter auch die Liesl der neunjährigen Hanna Reiter. Gemeinsam mit ihrem Großvater Walter wartet das Mädchen auf den Beginn des Ritts. Sie zählt zu den jüngsten Aktiven. „Ich bin schon das dritte Mal dabei“, sagt die Kleine stolz. Ihre Liesl hat sie extra fein herausgeputzt. „Das hier ist gelebtes Brauchtum, eine wunderbare Tradition“, findet Walter Reiter, der, wie er stolz erzählt, seit 70 Jahren Leser des Münchner Merkurs ist – der ersten Stunde also. Die Generationen seiner Familie wohnen in Oberhaching unter einem Dach.

Lorenz Strohmeier vom Trachtenverein Edelweiß Brunnthal, einem Partnerverein der Mesnerbergler Arget, begleitet seine beiden Töchter Elisabeth und Anna, die mit ihren Pferden am Umritt teilnehmen.

Mit dem Eintreffen des Prälaten setzt sich der stolze Tross der Reiter in Gang. Die Landkreise München, Rosenheim, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen sind dabei vertreten. Es gilt, das Flurdreieck zwischen Dorf und Kirche dreimal zu umrunden, während Walter Wakenhut Mensch wie Tier den ersten kirchlichen Segen des Jahres schenkt: mit geweihtem Wasser, mit Kreuzpartikel-Monstranz und Weihrauch. Das beobachtet auch Lorenz Strohmeier, und ihm geht so recht das Herz auf. Unter den Reitern sind seine erwachsenen Töchter Elisabeth (35) und Anna (30). Acht Pferde nennt er in Brunnthal sein eigen. Er sei heute aber nur der Fahrer gewesen, erzählt er lachend. Seit mehr als 50 Jahren ist er Mitglied im Trachtenverein Edelweiß, einem Patenverein der Argeter Mesnerbergler. „Unseren Truhenwagen beim traditionellen St. Anna-Fest in Staucharting lenke ich immer selbst, das ist mir eine Ehre“, so Strohmeier. Gemeinsam mit den anderen Zuschauern genießt er jede Minute des Schauspiels.

Alle Fotos vom Dreikönigsumritt in Arget

Dreikönigsumritt in Arget - Alle Fotos

Auch Gottfried Grasberger hat sich unters Volk gemischt, er ist Initiator des Umritts und ein bekennender Pferdenarr. Auf die Idee kam er Ende 1993 gemeinsam mit neun Teilnehmern einer Stammtischrunde im nahen Gasthof Schmuck – darunter einige der Pferdefreunde Waakirchens. Der beschwerliche Ritt der Heiligen Drei Könige läge dem Ganzen zu Grunde, so Grasberger. Bereits am 6. Januar 1994 fand der erste Umritt statt, wie seither jedes Jahr. Die Stalltafeln für die Teilnehmer, die Grasberger dabei an die Reiter verteilt, sind begehrte Trophäen. „Es war heuer ein ganz besonders schöner Umritt“, zeigt sich Grasberger später gerührt.

Mit im Boot ist heute die Gemeinde als offizieller Organisator sowie viele fleißige Helfer der Ortsvereine.

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