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Weißwurst schmeckt auch im Regen: Marion Högen (l.) aus Penzberg und die Königsdorferin Ursula Pirner hüten die Kaltblüter.

40 Rösser werden bei Wallfahrt gesegnet

St.Anna-Fest: Gute Laune trotz Regens

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Matschig, nass, aber schön: Trotz Dauerregens kommen viele Wallfahrer zur St.-Anna-Kapelle, um sich und ihre Pferde segnen zu lassen.

Staucharting – Finstere Wolken am Himmel, die Reihen der Bittgänger lichter als sonst, der Waldboden matschig. Statt 120 Pferden sind nur etwa 40 Rösser da. Und dennoch: Selbst bei strömendem Regen ist die Wallfahrt zum St.-Anna-Fest in Staucharting gelebtes Brauchtum. Zu den Höhepunkten zählt die Feldmesse mit Segnung.

Kaum jemand auf der sonst sonnendurchfluteten Lichtung mag sich an ein St.-Anna-Fest im Regen erinnern. Vielleicht hat das mit der natürlichen Magie des Ortes zu tun. Seit 1692 steht hier die kleine Waldkapelle, die jedes Jahr am 26. Juli Ziel der Wallfahrt ist. Es ist der Namenstag der Heiligen Anna, der Großmutter Jesu Christi und Mutter der Jungfrau Maria.

Der Zug der Bittgänger startet an der Sauerlacher Pfarrkirche St. Andreas und gelangt über den Stauchartinger Weg durch den Forst dorthin. Vor dem Seitenaltar der Waldkapelle leitet Heiliger Rat Lorenz Poschenrieder den Festgottesdienst, stellvertretend für den erkrankten Weihbischof Englbert Siebler. Konzelebrant ist der apostolische Protonotar Walter Wakenhut. Die Kollekte ist heuer für die Jesuitenmission gedacht, „um in Syrien die himmelschreiende Not der Menschen zu lindern“, sagt Poschenrieder.

Das gemeinsame Singen des St.-Anna-Pilgerlieds gehört zu den besonderen Momenten des Gottesdienstes. Heuer wird er begleitet vom Stakkato der Regentropfen auf den Schirmen. „Wenn’s schön ist, kann’s ja jeder“, sagt Leonhard Huber aus Warngau und lacht. Gemeinsam mit seinem Vater Josef und zwei Kaltblut-Gespannen ist er zum Fest gekommen. Er trägt einen langen, regenabweisenden Wettermantel. Mit seinen mächtigen Pferden Hanna und Rudi steht er auf der Lichtung und wartet auf den Umritt. Dreimal gilt es für die geschmückten Gespanne und Reiter, die Kapelle zu umrunden. Mit dem Kreuzreliquiar, mit Weihwasser und mit Weihrauch segnet Lorenz Poschenrieder die Tiere. Für Huber mehr als Tradition. „Das ist gut für die Pferde und wichtig, damit alles im Stall in Ordnung bleibt.“ So denkt auch Leopold Reiter. Er ist mit einem Pferdegespann aus Oberhaching gekommen, etwas mehr als eine Stunde hat er für den Weg gebraucht. Über 40 Mal war er schonbeim St.-Anna-Fest dabei. Seine beiden Kaltblüter fühlen sich wohl. „Hitze macht ihnen mehr zu schaffen als Regen, jetzt werden sie auch nicht von Bremsen gebissen“, sagt Reiter. Vorneweg reitem Polizeibeamte der Pferdestaffel in Riem.  

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