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Die Friedrich-von Aychsteter-Schule wird erweitert.

Problemzone

Statiker rät dringend von Holzdach für Schul-Mensa ab

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Sauerlach – Kein Holz, keine Probleme beim Bau des Mensa-Daches. So lautet im Kern die Botschaft, die der Sauerlacher Statiker Udo Seebach dem Bauausschuss vortrug. Die Pläne für den Neu- und Umbau der Grundschule kommen deshalb im Gemeinderat erneut auf den Tisch. Mit dieser Kehrtwendung hatte kein Gemeinderat gerechnet.

Hieb- und stichfest muten die Argumenten an, die Udo Seebach präsentierte. Der ortsansässige Statiker hat die Gemeinde bereits oft beraten, er ist im Projekt Grundschule involviert. „Über Flachdächer in Holzkonstruktion gibt es sehr viel Literatur, denn sie sind teils sehr fehleranfällig“, begann er vorsichtig. Er habe schon viel bei der Sanierung von Holzbauten erlebt. Ausgangspunkt war der Wunsch des Gemeinderats gewesen, möglichst viel Holz bei den Neu- und Umbauarbeiten der Friedrich-von-Aychsteter-Grundschule zu verwenden. Den Wünschen entsprechend die Pläne der Architekten vom Büro SPP Sturm, Peter + Peter (wie berichtet).

Gefährliche Schneelast

Im Visier des Statikers ist nur die geplante, unterkellerte Mensa. Genauer: deren etwa elf mal zwölf Quadratmeter großes Flachdach, aus Holz und begrünt. „Es gibt Abwägungspunkte, die es genauer zu untersuchen galt“, so der Experte. Etwa die Auswirkungen des Winters, zugrunde gelegt auf örtliche Verhältnisse. Berücksichtig sei eine Belastung von 172 Kilo Schnee pro Quadratmeter Flachdach, das sei in Sauerlach üblich. „Bei einer Wehe in harten Wintern werden daraus schnell 413 Kilo im Spitzenwert“, erläutert Seebach. Das habe Auswirkungen auf den Konstruktionsaufwand. „Bei einer Stahlbetondecke ändert sich nix, da kommt nur einfach mehr Stahl rein.“

Katastrophe von Bad Reichenhall

Auch ein Wasserstau, wie bei Flachdächern nicht unüblich, täte einem Holzbau weh. Das sei 2006 auch das Verhängnis der Eislaufhalle in Bad Reichenhall gewesen, sagt Seebach. „Stahlbeton ist hier einfach robuster.“ Das, was ihm aber am meisten Sorge bereite, sei die Fuge, die den Mensa- mit dem Schulbau verbände. „Jede Fuge ist ein Problem- und ein Wartungsfall.“ Eine Dehnfuge sei eine Problemfuge, die Gefahr von Tauwasser sei bei fehlerhafter Abdichtung groß. Im Betonbau käme man ohne aus. Auch die Dachneigung hat der Experte im Blick. Er würde auf fünf Prozent Neigung und damit auf Nummer Sicher gehen. „Der Beton kann wie gewünscht begrünt werden, Pflanzen wollen keinen Sumpf.“

Die Dehnfuge ist eine Problemfuge

Das Zusammenspiel vieler Faktoren macht für ihn den Unterschied. Theoetisch funktionierten beide Dächer, wenn beide sorgfältigst ausgeführt werden. Doch: „Je komplizierter eine Konstruktion, desto fehleranfälliger die Ausführung“. Die hohe Kunst läge in deren Einfachheit. „Unsere Holzbauverfechter im Rat argumentieren, es habe sich viel in den letzten Jahren entwickelt“, räumte Bürgermeisterin Barbara Bogner dazu ein. „Ich will Holzbau an sich nicht verteufeln, wo er hinpasst – wunderbar“, antwortet der Statiker. Die Beton-Pausenhalle von 1976 bereite beispielsweise überhaupt keine Sorgen. Er habe sich auch mit den Architekten verständigt, die Zusammenarbeit sei einfach perfekt, lobt Seebach. Dennoch sein Fazit: „Ein Flachdach in Holzbauweise ist an unserer Grundschule nicht sinnvoll.“

Gemeinderatssitzung 

Der Gemeinderat wird darüber am Dienstag, 20. September, ab 19 Uhr, im Rathaus beraten.

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