Sauerlachs Barbara Bogner (r.) vor E-Ladesäule.
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Auch sechs E-Ladestationen will die Gemeinde Sauerlach heuer bauen. Speisen könnte man sie zum Teil, sagt Bürgermeisterin Barbara Bogner (r.), mit der Photovoltaikanlage, die beim Kindergarten am Bahnhof aufs Dach kommen soll.

Ausblick 2021

Unerwartete und tragische Zusatzaufgabe für Sauerlach

  • vonAndrea Kästle
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Sauerlach hätte auch so schon genug vorgehab. Tragischerweise ist heuer in den ersten Wochen des Neuen Jahres noch ein anderes Riesenprojekt dazugekommen: Das alte Rathaus ist abgebrannt und muss saniert werden.

Sauerlach - Beim Brand im alten Rathaus ist der berühmte Maler Maximilian Seitz ums Leben gekommen, der dort im ersten Stock gewohnt hatte und in Sauerlach aufgewachsen war. Seitz war einmal auf der Documenta vertreten gewesen. Mit seinen abstrakten, farbintensiven Gemälden fand er breite Anerkennung. Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV), inzwischen in ihrer dritten Amtszeit, sagt: „Wir machen momentan nichts anderes als zu schauen, dass wir das alte Rathaus wieder zum Laufen bringen.“ Das Gebäude, das im Obergeschoss komplett abgebrannt ist, hat auch im Erdgeschoss, wo das Standesamt untergebracht gewesen war, „enorme Wasserschäden“ abbekommen bei den Löscharbeiten. Es steht unter Denkmalschutz, es war ein „Schmuckstück im Zentrum“, genau das soll es wieder werden.

Gesamtes Gebäude nicht mehr nutzbar

Die etwa 30 Meter Akten aus dem Standesamt konnten fast in letzter Sekunde gerettet werden, einiges ist nass geworden dabei, aber inzwischen wieder getrocknet. Für die Mitarbeiter der zwei Büros, die sich im Altbau befanden, sind neue Arbeitsplätze gefunden worden im Untergeschoss des neuen Rathauses – nicht ideal, aber machbar. „Das gesamte Gebäude ist nicht mehr nutzbar“, sie könne nur hoffen, sagt Bürgermeisterin Barbara Bogner, dass der Wiederaufbau von der Versicherung gedeckt werde, und zwar zur Gänze.

Ansonsten: soll noch heuer der Krippenanbau am Kindergarten am Bahnhof fertig werden, für eine weitere Kita in Sauerlach will Bogner mit ihrem Gremium die Weichen stellen – sodass nächstes Jahr gebaut werden kann. Sechs Gruppen sollen dort mal Platz finden.

Feuerwehr Altkirchen braucht neues Gerätehaus

Die Feuerwehr Altkirchen braucht ein neues Gerätehaus, das am Maibaum hochgezogen werden soll. Auch hierfür wird heuer auf dem Papier der Boden bereitet. Große Projekte sind ferner: der Breitband-Ausbau in den südlichen und westlichen Ortsteilen, der in den kommenden elf Monaten vorbereitet werden soll, das schon lange diskutierte „Sportkonzept“ für den TSV Sauerlach und den SV Arget, mit Kunstrasenplatz auf dem gemeindlichen Sportzentrum in Arget und Erneuerung der vorhandenen alten Turnhallen. Barbara Bogner sagt dazu: „Da gehen wir jetzt auch in Richtung Planung.“

Windräder im Hofoldinger Forst

Das alles ist für eine ländliche Gemeinde eigentlich schon recht viel, in Sauerlach ist es aber noch nicht alles. Es gibt auch Vorhaben, die die Kommune mit den Nachbarn stemmt und die noch Vorbereitung brauchen. Die Windräder im Hofoldinger Forst etwa, die sich vielleicht schon ab 2023 drehen werden, außerdem das Gymnasium, für das eine Fläche zwischen Wohnbebauung und Gewerbegebiet in Sauerlach selbst vorgesehen, aber noch nicht genau abgesteckt ist. Die Schule soll auf jeden Fall dreizügig werden, der Zweckverband mit allen umliegenden Kommunen hat sich schon konstituiert. Heuer gilt es, die Erschließung unter Dach und Fach zu bringen.

Auch wenn die Gemeinde, wie Bogner sagt, „mit einem blauen Auge davongekommen ist“, was die Gewerbesteuer-Einnahmen angeht: Mit Erspartem allein lässt sich freilich nicht finanzieren, was alles auf der Agenda steht. „Beim Bau des Kindergartens wird es schon zu einer Schuldenaufnahme kommen.“

Behutsames Wachstum

Letztes Jahr hat die Gemeinde keinerlei Zuzug verzeichnet; in den Jahren zuvor war jeweils die Bevölkerung um 1,5 bis 1,7 Prozent gewachsen. Bogner stellt sich drauf ein, dass das erst mal so weitergehen wird, „ein paar Baugebiete“ könne man noch ausweisen in Sauerlach und um Sauerlach herum. Auch geförderter Wohnungsbau soll noch einmal verwirklicht werden – aber beides wird heuer wohl noch kein Thema sein. Vielleicht dann, wenn das alte Rathaus wieder steht.

Gehen könnte es 2021 zudem noch um den Funkmast, den die Telekom bei Kleineichenhausen aufstellen hatte wollen. Dagegen hatten Anwohner protestiert, letztlich war es nicht möglich, die Erschließung des geplanten Standorts sicherzustellen, ein dafür nötiges Grundstück wäre nicht zu haben gewesen. Der Mast ist erst einmal vom Tisch, aber die Suche nach einem möglichen Standort wird wohl weitergehen, meint Bogner: „Die Telekom hat halt den Auftrag, Funklöcher zu schließen.“

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