Musste weg: die Linde am Wasserhäusl.
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Musste weg: die Linde am Wasserhäusl.

Unwetter-Schäden noch nicht behoben

„Wälder sind nicht sicher“

  • Kathrin Kohnke
    vonKathrin Kohnke
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Das Unwetter wütete heftig, Schäden sind noch nicht alle behoben: Darum ist es derzeit in den Wäldern ziemlich gefährlich.

Sauerlach – Bäume krachten auf Autos und Hausdächer, versperrten Straßen und Schienen. Das Unwetter vor gut einer Wochehinterließ deutliche Spuren im Landkreis. Längst sind noch nicht alle Schäden begutachtet und beseitigt. „Unsere Wälder sind derzeit nicht sicher“, betonte Sauerlachs Bürgermeisterin Barbara Bogner im Gemeinderat – und warnte davor, diese zu sorglos zu betreten.

Wer einen Ausflug oder Spaziergang plane, sollte Vorsicht walten lassen. Denn vielen Bäumen sei nicht anzusehen, dass sie vom Sturm beschädigt wurden. „Beim kleinsten Windhauch könnten die umfallen“, betonte Bogner. Sie persönlich rate derzeit dazu, die Wälder aus Sicherheitsgründen ganz zu meiden.

Ähnlich beurteilt Johann Killer, Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung (WBV) Wolfratshausen, auf Nachfrage die aktuelle Situation in den Wäldern des südlichen Landkreises. Auch er mahnt zur Vorsicht. Er hätte den Bereich der Schotterebene abgefahren und sich ein Bild von der Lage gemacht. Das Unwetter sei zwar im Vergleich zum Sturm Niklas im April 2015 nicht so tragisch verlaufen. „Dennoch gibt es Bereiche, wo eine gewisse Vorsicht geboten ist“, sagt Killer.  Im Deisenhofner Forst beispielsweise. Denn erst kürzlich sei es in einem Wald bei Icking zu einem tödlichen Unfall gekommen. Meiden sollten Schwammerl-Sucher und Wanderer gebogene Areale, angeknackste Äste und Stämme. „Absperrungen im Rahmen von Waldarbeiten dürfen auf keinen Fall missachtet werden“, betont der WBV-Chef. Die WBV vereint mehr als 1200 private und kommunale Waldbesitzer mit einer Waldfläche von über 20 000 Hektar und erstreckt sich über die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, München und Miesbach.

Alle Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren. Doch angesichts der vielen geschädigten Bäume und der Menge an Windbruch bräuchten Gemeindeverwaltung und Waldbauern einfach noch mehr Zeit, sagte die Bürgermeisterin. Aber auch im Sauerlacher Gemeindegebiet selbst sind die Auswirkungen des Sturms noch sichtbar. So hätten umfallende Bäume Gräber auf dem Friedhof beschädigt und Grabsteine umgeworfen. 

Begraben haben Bäume am Parkplatz nahe der A8 Autos.

Auf dem Pendlerparkplatz nahe der A8 wurden zwei Pkw von herabgefallen Ästen beschädigt. Besonders traurig, berichtete Bogner, sei jedoch, dass die große Linde am Wasserhäusl, ein ortsbildprägender Baum, gefällt werden musste – aus Gründen der Sicherheit. „Der Wurzelstock hatte sich durch den Sturm um etwa zehn Zentimeter gehoben“, erläuterte Bogner. Bei nächster Gelegenheit hätte die Linde das Wasserhäusl unter sich begraben können. Und der Künstlerkreis Feuervogel, der dort regelmäßig Ausstellungen präsentiert, hätte seinen beliebten Treffpunkt verloren.

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