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Tipps vom Verein Tierschutz Sauerlach

So überleben Igel den Winter

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Mächtig Appetit haben Igel derzeit: Sie brauchen Winterspeck. Wilma Barth (47) vom Verein „Tierschutz Sauerlach“ gibt Gartenbesitzern Tipps, um Igel gut über den Winter zu bringen.

Wann beginnen Igel eigentlich ihren Winterschlaf?

Sobald es dauerhaft kühler wird – unter fünf Grad plus – und die Igel keine Nahrung in Form von Insekten mehr finden. Die Männchen beginnen meist schon ab Mitte Oktober mit dem Winterschlaf, die Weibchen sind noch bis Mitte November unterwegs.

Was passiert denn im Winterschlaf?

Der Igel sucht sich einen geschützten Platz und baut sich ein weiches Nest aus Laub, Moos und Gras. Darin verkriecht er sich, rollt sich ganz fest zu einer Kugel zusammen und lebt nun monatelang von dem Fettpolster, das er sich angefressen hat. Seinen Puls reduziert der Igel dabei auf einen Herzschlag pro Minute. Das schlimmste, was man machen kann, ist, einen Igel aus dem Winterschlaf aufzuwecken – in der Regel überlebt er das nicht.

Seit Wochen sieht man vielerorts kleine Igel, die gerade erst geboren wurden. Wie groß müssen sie denn sein, um den Winter zu überstehen?

Ein erwachsener Igel wiegt zwischen 800 und 1500 Gramm. Junge Igel, die unter 600 Gramm wiegen, haben kaum eine Chance, weil sie im Winterschlaf etwa 30 Prozent ihres Körpergewichts verlieren. Wenn ganz kleine Butzerl jetzt schon am Tag herumlaufen, signalisiert dies allerhöchste Not, weil sie kein natürliches Futter mehr finden; normalerweise sind Igel in der Dämmerung und nachts aktiv. Einen gesunden Igel erkennen Sie an der runden Form, ein schlechtes Zeichen ist der sogenannte Hungernacken, wie eine Birnenform. Von der Größe her sollte der Igel mindestens die ganze Hand bedecken – andernfalls muss er dringend aufgepäppelt werden.

Was fressen Igel?

Igel sind reine Fleischfresser, keine Vegetarier. Wenn sie mal einen Apfel anknabbern, dann nur, um den Wurm darin zu fressen. Ansonsten fressen sie am Boden lebende Käfer, Raupen, Heuschrecken und andere Insekten und deren Larven, aber auch Mäusebabys. Schnecken sind weniger beliebt, die werden von Igeln nur in höchster Not gefressen.

Wenn jemand im Garten oder auf der Terrasse Igel sieht: Sollte man ihnen zusätzliches Futter geben?

Ja, auf jeden Fall! Die natürliche Nahrung wird jetzt weniger, und die Igel brauchen eine Speckschicht. Katzenfutter, sowohl Nass- als auch Trockenfutter, sind am besten geeignet. Bitte ohne Getreide, das Futter sollte möglichst fleisch- und eiweißhaltig sein. Auch ein ungewürztes Rührei mit einem Schuss Öl kann man dazugeben. Spezielles Igelfutter ist unnötig und teuer. Vogelfutter macht keinen Sinn – Igel fressen das zwar, können es aber nicht verstoffwechseln. Wichtig: bloß keine Milch hinstellen, sondern klares Wasser in einer flachen Schale. Igel sind nicht dumm, sondern merken sich, wo es etwas gibt. Oft bleiben sie dann über Jahre hinweg.

Was kann man sonst noch Gutes für Igel tun?

Ideal ist ein naturbelassener Garten: Laub nicht entsorgen, sondern es liegen lassen oder zu einem Haufen zusammenrechen. Fallen, an denen sich Igel immer wieder verletzen, sind zu enge Zaundurchschlupfe oder Netze von Fußballtoren – darin verheddern sie sich. Mit Rasentrimmern muss man aufpassen, ebenso mit dem Umstechen eines Komposthaufens: immer erst schauen, ob sich nicht ein Igel eingenistet hat. Auch sollte man auf Chemie im Garten, also Schneckenkorn und Insektengift, verzichten.

Sie haben in Ihrem Garten allerlei Behausungen gebaut. Was ist dabei zu beachten?

Ein Unterschlupf sollte gegen Witterung geschützt sein. Beispielsweise eignen sich umgestülpte Blumentöpfe, in die man einen Eingang schneidet. Oder Holzkisten mit Dachpappe drauf – ohne Boden: Igel graben sich gern eine kleine Mulde. Bitte keine Folie oder Styropor zum Isolieren verwenden, sondern die Behausung einfach mit Stroh vollstopfen. Und: Im Winter Trockenfutter und Wasser anbieten.

 

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