Eins für jede Gemeinde: Die vier geplanten Windräder sollen entlang der Autobahn A8 (gelb) aufgestellt werden. Doch nur in Aying steht der Beschluss für die Konzentrationsfläche schon fest.
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Eins für jede Gemeinde: Die vier geplanten Windräder sollen entlang der Autobahn A8 (gelb) aufgestellt werden. Doch nur in Aying steht der Beschluss für die Konzentrationsfläche schon fest. 

erneuerbare Energien

Online-Bürgerdialog: Vier Windräder entlang der A 8

  • Laura Forster
    vonLaura Forster
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Die Energieagentur Ebersberg-München stellte erste Planungsschritte für die Windräder im Hofoldinger Forst online vor.

Sauerlach – Wer auf der A 8 mitten durch den Hofoldinger Forst Richtung Süden fährt, könnte bald nicht nur das schöne Bergpanorama vor der Windschutzscheibe sehen, sondern auch vier 240 Meter hohe weiße Windräder, die aus dem Wald herausragen. In einem Online-Bürgerdialog für die Gemeinde Sauerlach stellte die Energieagentur Ebersberg-München die ersten Planungsdetails 100 Zuhörern vor. Hans Gröbmayr, ehemaliger Geschäftsführer der Energieagentur, Bürgermeisterin Barbara Bogner, Ingenieur Robert Sing, Energieberaterin Veronika Preißinger und Landrat Christoph Göbel (CSU) beantworteten die Fragen der Bürger per Videokamera im Live-Chat.

Wir wissen, dass das Emotionen aufwühlt, in jeglicher Hinsicht.

Landrat Göbel

„Wir wissen, dass das Thema Windenergie viele Emotionen aufwühlt“, sagte Göbel. „In jeglicher Hinsicht.“ Doch der Landkreis müsse in Sachen Energiewende noch aktiver werden. Denn die jährlichen CO2 Emissionen pro Kopf sollen bis 2030 auf sechs Tonnen sinken. „Derzeit befinden wir uns etwa bei neun Tonnen“, sagte Gröbmayr. Die Gemeinde Sauerlach nähert sich dem Klimaziel des Landkreises schon. Der Anteil der erneuerbaren Energien macht bereits 42 Prozent aus. Doch das reicht noch nicht. Denn „das Ziel ist die Energieautarkie für Sauerlach“, sagte Bogner. „Deshalb brauchen wir nachhaltige Lösungen.“ Windkraft statt Kohleindustrie.

Bogner betonte im Onlinedialog aber auch, dass Investoren, die nicht aus der näheren Region sind, bei ihr keine Chance haben. „Denen ist egal, wo die Räder stehen, aber uns nicht.“ Zusammen mit den Nachbarkommunen Aying, Brunnthal und Otterfing gründete die Rathauschefin eine Arbeitsgemeinschaft (Arge). „Wenn, dann machen wir das gemeinsam“, sagte sie. Nach der bisherigen Planung soll in jedem Gemeindegebiet – entlang der Autobahn A 8 – ein Windrad stehen. Das würde vier Windräder für den Hofoldinger Forst bedeuten. „Ein guter Start“, sagte Bogner. „Wir wollen nicht mit einem riesigen Windpark auffahren.“

Wir wollen nicht mit einem riesigen Windpark auffahren.

Bürgermeisterin Bogner

Noch ist jedoch nichts in trockenen Tüchern. Denn die Ergebnisse der Windmessungen und des Naturschutzgutachtens stehen noch aus. Die beteiligten Gemeinden sind aber guter Dinge. „Das Zwischenfazit aus dem Frühjahr fiel positiv aus“, sagte Sing. Der Ingenieur erklärte den Zuhörern, dass die Windräder in ausreichend Abstand – mindestens 2500 Meter – zu Ortschaften gebaut werden würden. „Bei dieser großen Entfernung können die Grenzwerte für Schall und Schatten problemlos eingehalten werden“, versprach er.

Die Teilnehmer beschäftigte das Thema finanzielle Beteiligung an der Bürgerwind GmbH. Noch stehe nichts fest. Die Anwohner sollen aber Vorrang haben, sagte Bogner. Unter den Zuhörern waren nicht nur Befürworter der Windräder. „Man muss damit rechnen, dass Einwände kommen“, sagte Gröbmayr. Ein Gerichtsprozess sei möglich. Falls jedoch alles nach Plan läuft, könnte schon im Jahr 2022 mit dem Bau der Räder begonnen werden.

So sehen es die Bürger:

Während des Online-Vortrags konnten die Bürger an verschiedenen Umfragen teilnehmen. So ließ sich feststellen, dass 77 Prozent der Zuhörer aus der Gemeinde Sauerlach kamen. 54 Prozent der insgesamt etwa 100 Teilnehmer befürworten die Windenergie, 26 Prozent seien offen und 20 Prozent haben Bedenken oder sind gegen den Bau der Anlagen. Die Veranstaltung war für 57 Prozent interessant, 14 Prozent hat der Bürgerdialog nicht geholfen. 

In einem Online-Bürgerdialog stellten Experten den aktuellen Stand der Windkraftanlagen im Höhenkirchner Forst vor. 

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