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Teils mit Regenschirmen müssen die Teilnehmer des Umzugs sich vor Wetterkapriolen schützen.

St.-Anna-Fest

„Unser Leben liegt in Gottes Hand“

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Staucharting - Weihbischof Siebler geht beim St.-Anna-Fest in Staucharting auf die aktuelle politische Lage ein.

Ganz trocken ist es in diesem Sommer, der kein Sommer ist, auch beim traditionellen St.-Anna-Fest in Staucharting nicht geblieben. Während der Predigt lagen noch Sonnenflecken auf der idyllischen Waldlichtung zwischen Deisenhofen und Sauerlach. Aber pünktlich zur Tiersegnung fing es dann doch noch an zu regnen. Viele Besucher, von denen die wirklich allermeisten in Tracht erschienen waren, hatten aber ohnehin schon in weiser Voraussicht einen Regenschirm mitgenommen. Und die Kinder trugen zum Teil auch gleich Gummistiefel zum Dirndl oder zur Lederhose. 

Mit bunten Kapuzen über den Köpfen rückten die Leute im Biergarten einfach näher zusammen; schauten von dort aus oder von einigermaßen trockenen Plätzen unter Bäumen dann zu, wie gut 25 Gespanne und ebenso viele Einzelreiter bei ihrem dreifachen Umritt um den Platz von Weihbischof Engelbert Siebler gesegnet worden sind. Erst mit der Kreuzpartikel-Monstranz, dann mit Weihwasser, schließlich mit Weihrauch. Hinter dem Geistlichen stand ein Helfer und hielt über ihn den Regenschirm. Den Gottesdienst hatte der Weihbischof zusammen mit dem Geistlichen Rat Lorenz Poschenrieder vom Pfarrverband Sauerlach zelebriert.

 In einem weißen Zelt vor dem netten Kircherl, das 1692 erbaut worden ist, zu dem seit 1702 gewallfahrtet wird, wobei die Gebete durchaus erhört werden sollen. Der Frauenbund hatte die Kapelle mit Girlanden geschmückt, der Kirchenchor von St. Andreas unter Leitung von Josef Fischhaber und das Bläserensemble unter Paul Niedermaier aus Nussdorf, wo Poschenrieder früher mal Pfarrer gewesen ist, umrahmten die feierliche Andacht musikalisch. 

St.-Anna-Fest in Staucharting: Bilder

Siebler, der, wie er dann erzählte, schon 1961 in Sauerlach Religion unterrichtet hat – „ich hoffe, dass ich den Kindern damals was Gutes dargebracht habe“ – ging in seiner Predigt auf die aktuelle politische Situation ein. Er sagte: „Vor einem Jahr haben die Münchner die Geflüchteten am Hauptbahnhof freundlich empfangen.“ Jetzt würden wir merken, dass diese Menschen, die geflohen sind vor Krieg, Terror und Not, ihre Ängste zum Teil mitgebracht haben. Trotzdem, meinte er, wäre es unklug, jetzt selbst in Angst vor Anschlägen zu versinken. Eine absolute Sicherheit gebe es ohnehin nicht im Leben, „1000 Mal öfter könntest du durch einen Verkehrsunfall zu Tode kommen als durch einen Anschlag“. Unser Dasein habe „immer Grenzen“, das würde nur zu gern ausgeblendet im „allgemeinen Wellness-Bewusstsein“. Der Weihbischof meinte: „Es ist gut, wenn wir lernen, einen Blick zu entwickeln auf das ganze Leben, auch auf das nach dem Sterben. Unser Leben liegt in Gottes Hand.“ 

Immer wieder hörte man während seiner Predigt von der Wiese hinterhalb der kleinen Kirche, auf der sich die Gespanne sammelten, Pferde wiehern, die Glocken der Geschirre bimmelten sowieso die ganze Zeit. Es roch nach Weihrauch, Zuckerwatte, nach Pferdemist und nach Mückenmittel. Dann sangen die Versammelten, wohl mindestens 1000 Leute, „Großer Gott, wir loben Dich“ – und ein bunter Schmetterling flog zwischen den Geistlichen unter dem weißen Zelt herum. Die Pause bis zur Tiersegnung nutzten die Besucher, sich die Kapelle zu besehen, dort Kerzen anzuzünden (eine schwarze fürs gute Wetter), im Biergarten sich je nach Vorliebe mit Weißwürsten oder Zwetschgendatschi zu stärken. Oder sich auch einmal vorsichtig den vielen Süddeutschen Kaltblütern, die da angeschirrt auf den nächsten Programmpunkt warteten, zu nähern.

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