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Landtagsabgeordnete Köhler kritisiert Lkw-Rastplatz in Otterfing: „Wir brauchen den Wald“

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Von: Volker Camehn

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Rastplatz-Atmosphäre: Der Autobahn-Rastplatz in Vaterstetten (Kreis Ebersberg). So könnte es bald auch in Otterfing im Landkreis Miesbach aussehen.
Rastplatz-Atmosphäre: Der Autobahn-Rastplatz in Vaterstetten (Kreis Ebersberg). So könnte es bald auch in Otterfing im Landkreis Miesbach aussehen. © stefan rossmann

Die Grünen-Politikerin ist gegen das Großbauprojekt zwischen Otterfing und Sauerlach.

Landkreis – Die Kritik an dem geplanten Rastplatz in Otterfing (Landkreis Miesbach) an der A 8 reißt nicht ab: Nun meldet sich auch Landtagsabgeordnete Claudia Köhler (Grüne) zu Wort: Für sie klingt das Großbauprojekt zwischen Sauerlach und Otterfing „für Nutzer und Anrainerkommunen nach einem schlechten Kompromiss“.

Das Projekt sei seit 2012 in der Diskussion und „wieder einmal wurde die alte Taktik gefahren“, sagte die Landtagsabgeordnete und haushaltspolitische Sprecherin der Grünen gegenüber dem Münchner Merkur. „Man lässt Gras über die Sache wachsen und setzt sie dann doch durch. Gras genügt hier aber nicht, wir brauchen den Wald!“, so Köhler.

Gegebenheiten „massiv geändert“

In den letzten zehn Jahren seit der Projektankündigung hätten sich die Gegebenheiten „massiv geändert“, Klimaschutz sei wichtiger denn je, „intakte Wälder leisten einen wichtigen Beitrag dazu. Zudem wollen wir alle statt noch mehr Schwerlastverkehr Güter auf die Schiene verlagern“.

Claudia Köhler.
Claudia Köhler. © privat

Baubeginn für den neuen Rastplatz soll 2023 sein. Er soll mit Toiletten und Duschen ausgestattet werden. Er entsteht auf Höhe von Kilometer 20,6, also fünf Kilometer südlich von Sauerlach und Brunnthal. Schwertransporter parken dann auf einem 360 Meter langen Areal . Ein drei Meter hoher Lärmschutzwall dämpft den Autobahnlärm, heißt es.

Die Lkw-Fahrer könnten sich an dem geplanten Parkplatz „nicht einmal etwas zu trinken oder essen kaufen“, sagte Köhler. Sie würden deshalb auch weiterhin durch den Ort fahren und dort parken. „Eigentlich müssten statt der Abholzung des wertvollen Bannwaldes bereits bestehende Raststätten mit Infrastruktur ertüchtigt werden“, so Köhler weiter. Inzwischen gebe es „technisch klug überlegte und modernere Möglichkeiten als einfach Wald zu betonieren“.

Köhler verweist auf die Raststätten Kiefersfelden und Jura-West

Claudia Köhler verweist auf die Raststätten Kiefersfelden und Jura-West, wo „als Pilotversuch ein intelligentes Verfahren, den vorhandenen Platz effizienter auszunutzen“, laufe. „Die Haltestreifen werden nach Uhrzeiten geordnet und digital angezeigt, sodass die Brummis nicht herumkurven und sich im Weg stehen, sondern kompakt und effizient ihren Ruhe-Zeitslot einhalten können“, sagt die Landtagsabgeordnete aus Unterhaching.

Seit Januar 2021 sei die Autobahn GmbH des Bundes zuständig und nicht mehr der Freistaat. Köhler fordert: „Also bitte hier keine irreversiblen Tatsachen mit Umweltfrevel schaffen, sondern im Bund intelligent und flächendeckend planen und Lösungen angehen!“

Auch die Gemeinde-Chefs von Sauerlach und Brunnthal übten scharfe Kritik an den Plänen in Otterfing. Viele Fahrer, die sich mit Lebensmitteln eindecken möchten, würden weiterhin nach Sauerlach fahren und dort auch übernachten, sagte Sauerlachs Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV). „Der bessere Standort wäre direkt im Bereich des Rastplatzes in Holzkirchen gewesen“, sagte der Rathaus-Chef von Brunnthal, Stefan Kern (CSU).

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