Luftfilter im Klassenzimmer.
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Streitobjekt Luftfilter: Es gibt Argumente dafür und dagegen.

Wo bleiben die Luftfilter?

Kauf verschleppt? Vorwurf von Eltern und CSU-Fraktion gegen Bürgermeisterin vor

  • Volker Camehn
    VonVolker Camehn
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Die Vorwürfe liegen schon länger in der Luft: Im Sauerlacher Rathaus verzögere man die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten für die Klassenzimmer, heißt es.

Sauerlach – Sowohl Sauerlacher Eltern als auch Teile der CSU-Fraktion werfen Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) vor, den Kauf der Geräte zur Corona-Prävention unnötig zu verschleppen. Das Thema kochte in der Gemeinderatssitzung wieder hoch. So warf etwa Nicole Wanke, Mitglied des Elternbeirats der Friedrich-von-Aychsteter Grundschule, der Rathauschefin vor, im vergangenen Jahre nicht schnell genug reagiert zu haben, um die Beschaffung von Filtergeräten zu organisieren: „Haben wir im letzten Herbst etwas verpasst?“ Ein Vorwurf den Bogner mit dem Hinweis konterte, dass zu dieser Zeit noch gar keine entsprechenden Haushaltsmittel bereitgestanden hätten. War also nicht möglich.

Knatsch mit den Eltern gab es schon einmal

Knatsch mit Teilen der Elternschaft hatte es bereits im September gegeben: Einige Mütter fuhren schweres Geschütz auf, wähnten sie doch im Rathaus zu wenig Entschlossenheit, was die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten betraf (wir berichteten). Konkret wurde Bürgermeisterin Bogner damals vorgeworfen, sie sei „politisch verantwortlich, dass zu Schulbeginn keine Luftfilter in den Klassenräumen“ stünden. „Sie haben sich nicht nur nicht dafür eingesetzt, sondern im Gegenteil“, heißt es in einer Mail. Sie habe versucht, das Thema von der Tagesordnung fernzuhalten. Und: „Es ist zu vermuten, dass auch weiterhin nicht alles getan wird, um die Beschaffung der mobilen Luftfiltergeräte nun zügig voranzutreiben.“

Filter kein Allheilmittel

Dass Barbara Bogner keine glühende Verfechterin von Luftreinigungsgeräten ist, gilt als hinlänglich bekannt. „Lüften und Maskenpflicht ersetzen diese Geräte ja nicht“, gab sie noch im Juli zu bedenken. Und: „Wollen wir Geräte in Klassenzimmern, die voll lüftbar sind? Dann schaffen wir die an, und sie landen nach einem Jahr im Keller“, so ihre Argumentation. Ihre Einwände kamen nicht von ungefähr: Immerhin muss die Gemeinde 50 Prozent der Kosten für Anschaffung und Wartung tragen. Bürgermeisterin Bogner mahnte deshalb schon vor geraumer Zeit: „Wir haben grundsätzlich keine Haushaltsmittel.“ Aber wenn der Gemeinderat die Anschaffung beschließen würde, „müssen wir das natürlich bezahlen“.

Wird hier etwas verschleppt?

Genervt reagierte jüngst auch CSU-Mann Roman Richter: „Die Verschleppung scheint wohl gewollt“, zumal immer nur Probleme „aber keine Lösungen“ diskutiert würden. Ähnlich sieht es sein Parteifreund Markus Hoffmann. Gegenüber dem Münchner Merkur erklärte er: „Der Gemeinderat hat bereits am 20. Juli 2021 beschlossen, dass die Beschaffung von Luftfiltergeräten vorbereitet und die Fördermöglichkeiten geklärt werden sollen.“ Am 31. August habe man dann festgelegt, Geräte für Schule, Kindergarten und Feuerwehr anzuschaffen. „Dass das Thema dann erst zehn Wochen später, wieder auf die Tagesordnung kam, wurde damit begründet, dass erst alle Räume vermessen werden mussten“, wundert sich Hoffmann. Der Beschluss vom Juli beinhalte doch schon den Auftrag für diese Vorbereitungsarbeiten – „die aber wohl erst nach der Sitzung im August vorgenommen wurden“. Hoffmann findet zudem „den Umgang mit dem Thema Fördermittel erstaunlich“: Fast vier Monate nach der erstmaligen Behandlung des Themas bestehe noch immer keine Klarheit bezüglich der Bezuschussungsmöglichkeiten. „Der Hinweis bezüglich der Förderung für Geräte in Kitas, der im August von mir kam, ist nicht aufgenommen worden. Es müsse doch selbstverständlich sein, dass die Möglichkeiten im Detail geprüft werden, „da ja die Kosten mit am meisten Bedenken ausgelöst haben.“

Mit der Skepsis nicht alleine

Trotzdem: Bürgermeisterin Bogner steht mit ihren Vorbehalten zu den Filtern im Gremium keineswegs alleine da. Der Sauerlacher Gemeinderat hatte in einer Sondersitzung Ende August die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten beschlossen, aber mit gerade mal zehn zu sieben Stimmen.

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