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Die Beschilderung lässt nicht viel Raum für Interpretationen: Das absolute Halteverbot vor der Einfahrt zur Feuerwehr wird jedoch ignoriert. 

Zufahrt immer wieder von parkenden Autos blockiert

Falschparker sperren Feuerwehr ein

  • Kathrin Kohnke
    vonKathrin Kohnke
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Man stelle sich vor, es brennt in Sauerlach – und die Feuerwehr kann nicht kommen. Weil ihre Einfahrt an der Wolfratshausener Straße 16, wie schon oft in letzter Zeit, mal wieder zugeparkt ist. Trotz absolutem Halteverbot. Das wollen die Floriansjünger nicht länger hinnehmen, sie beantragten eine Schrankenanlage für geschätzt etwa 9000 Euro. Der Gemeinderat lehnte das jedoch einstimmig ab.

Sauerlach – „Die sind manchmal so eingeparkt, die kommen einfach nicht raus“, erläuterte Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) dem Gremium. Auch das Rote Kreuz, das unter gleicher Adresse zu finden sei, betreffe dieser Zustand. Das sei wirklich schlimm, zeigte sich Bogner verärgert. Deshalb wollte Andreas Englberger von der Sauerlacher Wehr jetzt Nägel mit Köpfen machen und holte einen Kostenvoranschlag für eine Schranke ein. Kostenpunkt: rund 9000 Euro. Allerdings signalisierten bereits die Mitglieder des Bauausschusses, dass eine solche Maßnahme nicht gewünscht sei. Nicht zuletzt auch wegen der Höhe der Kosten.

Das Problem mit einer Schrankenanlage sei die Wartungsintensivität, urteilte Josef Ücker (CSU). „Da ist doch bereits ein absolutes Halteverbot, da stehen doch Schilder – und trotzdem wird da geparkt?“, zeigte Alexander Rickert (SPD) neben manch anderem Ratsmitglied absolutes Unverständnis. Bogner entgegnete, dass viele von den Falschparkern vermutlich „nur mal eben eine Pizza holen“ wollen. Das Restaurant sei in nächster Nähe, beinah gegenüber. Aber auch Kirchgänger zählten vermutlich zum Kreis derer, die gern mal im Hof oder vor der Einfahrt der Wehr parken würden.

Da die Wolfratshauser Straße in die Zuständigkeit des Landratsamtes fällt, fragte Bogner dort im Vorfeld eine Zick-Zack-Markierung an, die das Halteverbot vor der Einfahrt optisch unterstützen könnte. „Davon wurde aber abgeraten, die Zacken verursachten beim Überfahren zu viel Lärm“, lautete die Antwort. „Kann man die Fahrzeuge nicht einfach abschleppen?“, wollte Axel Horn (Grüne) wissen. Davon verspreche er sich zumindest einen schnellen Abgewöhnungseffekt, der sich bei den Falschparkern schnell rumspreche. Bogner erläuterte, dass die Ausfahrt häufig in den späteren Abendstunden zugeparkt sei. Wer solle das dann kontrollieren? „Wenn die nur eine Pizza holen, sind die längst weg, wenn der Abschlepper kommt“.

Robert Lechner (CSU) schlug vor, das Halteverbot sichtbar zu verlängern. „Also keine Schranke?“, fragte Bogner ins Gremium. Die absolute Mehrheit sprach sich dafür aus. Stattdessen soll nun beim Landratsamt eine Verlängerung des absoluten Halteverbots entlang der Wolfratshauser Straße beantragt werden. In der Hoffnung, so auf mehr Akzeptanz und Aufmerksamkeit bei den Bürgern zu stoßen. Weitere Schritte behält sich die Gemeinde weiter vor.

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