Sauerlacher Schulkinder gehen nicht baden

- Schwimmbecken-Sanierung ist den Gemeinderäten zu teuer

VON CORNELIA BABL Sauerlach - Auf dem Trockenen sitzen bleiben müssen vorerst die Sauerlacher Schulkinder: Der Gemeinde fehlt das Geld, um das marode Lehrschwimmbecken in der Friedrich-von-Aychsteter-Volksschule zu sanieren und zu betreiben. Darauf einigten sich die Gemeinderäte - auch wenn sie gern anders entschieden hätten. "Ein Schwimmbad wäre natürlich sehr schön, aber wir können es uns einfach nicht leisten", sagte die Zweite Bürgermeisterin Ulrike Beck (CSU).

Eine traurige Nachricht für die 145 Schulkinder, die im Dezember Rathaus-Chef Walter Gigl (CSU) Bittbriefe überreicht hatten, um auf ihren Wunsch nach einem Schwimmbecken aufmerksam zu machen (wir berichteten). Auch etliche Vereine wie der Seniorenclub und die Versehrtensportgruppe hatten sich für die Sanierung des alten Beckens stark gemacht.

Nun hat der Gemeinderat Farbe bekannt: Nicht einmal das Gutachten, das die Kosten für Sanierung und Inbetriebnahme schätzen soll, wird in Auftrag gegeben. Da konnte auch Rainer Vorwerg (SPD) mit seinem Einwurf nicht punkten, ein Gutachten sei nötig, "um nicht nur aus dem Bauch heraus" zu argumentieren. Auch Axel Horn (Grüne) fand keine Mehrheit für seinen Vorschlag, wenigstens die bauliche Substanz des Schwimmbecken-Raumes untersuchen zu lassen, mit dem man sich früher oder später ohnehin befassen müsse.

"Ein Gutachten ist rausgeschmissenes Geld"

1992 war das Schwimmbecken aufgrund erheblicher Mängel und veralteter Technik geschlossen worden. Im Jahr zuvor hatte es der Gemeindekasse wegen zu hoher Betriebskosten 51 000 Mark Verlust beschert. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es heute billiger wäre", sagte Beck. Ein Gutachten sei "rausgeschmissenes Geld", weil man jetzt schon wisse, dass das Bad nicht finanzierbar sei. Das den Bürgern offen zu sagen, erfordere von jedem Gemeinderat Mut, sei aber bitter nötig. Auch Becks Fraktionskollege Wolfgang Gerth (CSU) sprach sich deutlich gegen neuerliche Investitionen in Zeiten leerer Gemeindekassen aus. "Heute weiß man doch, dass nur Erlebnisbäder angenommen werden - aber nicht einfache Lehrschwimmbecken", sagte er. Auf wenig Resonanz unter den Räten stieß Peter Frimmers (FW) Vorschlag, statt für das Schwimmbecken lieber Geld für einen "Badebus" auszugeben, der Sauerlacher Bürger kostenlos ins Holzkirchner Schwimmbad befördern könne.

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