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Die Hachinga Halle bietet als Turnierstätte für die Open-Spieler hervorragende Bedingungen.

Internationales Schachturnier

Ein Sieg für die Geschichtsbücher

Unterhaching - Ein solcher Durchmarsch war beim „Offenen Internationalen Schachturnier München“ in 36 Jahren noch nie da: Der ukrainische Großmeister Yuri Solodovnichenko brachte es in neun Runden auf 8,5 Punkte, distanzierte den Sieger von 2014, Egor Krivoborodov (7,0), als Zweiten um satte 1,5 Zähler und die übrige „Meute“ gar um volle zwei Punkte.

Zum Lohn bekam der Sieger 1100 Euro für Platz eins und sozusagen einen Eintrag in die „Geschichtsbücher“ des Münchner Open (OIS). Das seit einigen Jahren in der Hachinga- Halle in A- und B-Gruppe ausgetragene wichtigste Turnier des Schachbezirks München erlebte somit bei der Auflage 2016 den überlegensten Sieger seiner Historie: Die Dominanz des an Nummer eins gesetzten Großmeisters, der bei einer Wertungszahl von 2567 noch mal eine um knapp 50 Elo-Punkte höhere Spielstärke mitbrachte als sein stärkster Konkurrent, überzeugte während der acht Spieltage durch unbedingten Siegeswillen: Während es gegen Turnierende unter etwa gleichstarken Spitzenspielern durchaus üblich ist, eine gute Platzierung durch Remis abzusichern und sich nicht „weh zu tun“, kämpfte der Ukrainer in seinen Partien buchstäblich „bis zur letzten Patrone“ und ließ auch gegen den Schlussrundengegner Franz Guttenthaler (SC Germering, 2271 Elo) keine Punkteteilung zu, obwohl auch dies für einen Gesamtsieg locker gereicht hätte. Guttenthaler fiel dadurch auf Rang 14 zurück, während Solodovnichenko damit acht Siege bei nur einem Unentschieden gelangen, selbst für einen Profi im nahezu ausschließlichen Amateur-Feld ein ungewöhnlich hoher Score.

Was für eine Leistung: Yuri Solodovnichenko wird von Bundesspielleiter Ralph Alt geehrt.

Das 1981 erstmals ausgetragene „OIS“ (so die bairisch passende Abkürzung) verzeichnet seit einigen Jahren im A-Turnier zwar trotz seines „familiären Charmes“ (die Spieler aus München und Umgebung kennen sich halt seit Jahren) leicht rückläufige Teilnehmerzahlen – heuer 83 Starter –, doch die weniger harte Konkurrenz im B-Turnier (begrenzt auf maximal 1800 Elo) erfreut sich inzwischen umso größerer Beliebtheit (2016: immerhin 66 Starter). 

Nachdem das Turnier mit dem Umbau der langjährig genutzten TU-Mensa seine angestammte „Heimat“ verloren hatte, war es auf Wanderschaft gegangen, erst in eine arg beengte Halle am Hasenbergl, seit vier Jahren in die großzügigere Halle an der Grünauer Allee. Heuer gaben sich insgesamt zehn Titelträger – zwei Großmeister, vier Internationale Meister und vier FIDE-Meister – die Ehre, und auch die übrigen Spieler mit fast durchweg Zahlen jenseits der „2000“ garantierten sozusagen dichte Qualität auf dem Niveau starker Vereinsspieler.

Das bewährte Schiedsrichter- Team um Jan Englert und den langjährigen Bundesspielleiter Ralph Alt hatte mit der Abwicklung keinerlei Probleme, es ging durchweg sportlich-fair zu. Einziger Wermutstropfen: Die im B-Turnier am Brett sitzende Vorsitzende des Schachbezirks München, Erika Stegmaier, kündigte mit nunmehr 81 Jahren auf unsentimentale Weise ihren Rückzug an: „Solange es die Leute noch bedauern, dass ich aufhöre...“ Und noch ein Rekord war zu vermelden: Zeljko Cajkovski, Bruder des einstigen FC Bayern- Trainers Tschik Cajkovski und früher mal Fußballnational- spieler Jugoslawiens, mischte im A-Turnier noch mit 91 Jahren wacker mit und schaffte dort Platz 66. Schach hält offenbar jung.

Thomas Lochte

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