Unwohlsein und häufig Kopfschmerzen: Sind die Schadstoffe in den Schulcontainern für die Beschwerden der Schüler verantwortlich? foto: mel

Schadstoffquelle ist noch immer unklar

Pullach - Unterricht im Freien, das ist ein Traum für die Grundschüler der Pater-Rupert-Mayer-Volksschule in Pullach. Der Grund dafür ist jedoch für Eltern und Schulleitung gleichermaßen ein Alptraum. Im Ausweichquartier auf dem Südgelände wurden bedenkliche Werte des Schadstoffes Butanonoxim gemessen.

Die Erzdiozöse München und Freising als Schulträgerin hatte am Montag mit sofortiger Wirkung beschlossen, dass vorerst kein Unterricht mehr in den Containern stattfinden soll (wir berichteten). Die Schulleitung reagierte prompt und organisierte innerhalb von zwei Stunden einen Notfallplan für die 229 Grundschüler. Die Schüler unternahmen beispielsweise Ausflüge in den Wildpark Poing, das Kloster Warnberg oder an die Isar. „So können im Projektgang Wissensinhalte vertieft werden,“ erklärte Schulleitung Barbara Reif. Außerdem kann der Sport- und Werkunterricht weiterhin stattfinden. Bis zu den Pfingstferien wird man dann „im Hauptgebäude zusammenrücken müssen.“

In einer Informationsveranstaltung suchten rund 130 besorgte Eltern Antworten auf ihre Fragen: „Wie geht es jetzt weiter?“ und vor allem: „Was macht das mit unseren Kindern?“ Eine betroffene Mutter berichtete, dass die Eltern der vierten Klasse ihres Kindes tatsächlich das Gefühl haben, ihren Kindern gehe es nicht gut, sie klagten häufig über Kopfschmerzen.

Der Sachverständige Helmut Scholz, der die erhöhte Konzentration festgestellt hatte, versicherte jedoch, die Eltern müssten sich keine Sorgen machen: „Butanonoxim ist ein Kurzzeitproblem. Der Stoff ist sehr reaktiv, normalerweise ist der Messwert bereits nach drei Monaten nur noch halb so groß. Außerdem reichert Butanonoxim sich nicht im Körper an und wird schnell wieder ausgeschieden.“ Scholz, der in seinem Berufsleben an die tausend öffentlichen Gebäude untersucht hat, betonte: „Hier geht es rein um Prävention. Diese Vorgehensweise ist außergewöhnlich und verdient meiner Ansicht nach größtes Lob.“

Die Quellensuche läuft derzeit noch. Außerdem werden erneute Messungen in allen Räumen durchgeführt. Bei dieser Nutzungssimulation wird nach einer fünfminütigen Lüftung des Raums der Raum 45 Minuten geschlossen gehalten, bevor in Raummitte auf Sitzkopfhöhe gemessen wird. Dabei müsse man beachten, dass die nutzerspezifische Konzentration immer geringer sei als die Ausgleichskonzentration, da die Lehrer angehalten seien, die Klassenräume alle 20 Minuten zu lüften, erklärte Scholz.

Unabhängig von diesen Messergebnissen, die frühestens am kommenden Montag vorliegen, werden während der Pfingstferien dezentrale Lüftungsanlagen eingebaut, versicherte Krump. Diese würden auch den Feinstaub der Baustelle aus der Luft filtern. Außerdem wird im Sommer die Temperatur in den Containern besser reguliert, da die Räume auch nachts belüftet werden. Nach dieser Informationsveranstaltung zeigten sich die anwesenden Eltern beruhigt und „begeistert, über die Offenheit“.

mel

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