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Direkt ins Mikro: Johannes Friedrich und Claudia Schaffer (hinten) haben sichtlich Spaß bei der „Arbeit“ mit der 4b der Grundschule Schäftlarn.

RadioSender zu Gast

Bayerischer Rundfunk besucht Schüler

Das Schild am Klassenzimmer der 4b der Grundschule Schäftlarn ist unübersehbar. „Bitte Ruhe! Radioaufnahme!“ steht hier in blauer und roter Schrift. Schließlich sollen später nur die Schüler zu hören sein, die für die Kinder-Nachrichten-Sendung „Klaro“ des Bayerischen Rundfunks aktuelle Themen besprechen, und nicht etwa vorbeirennende Schulkameraden.

Ebenhausen -Jede Woche ist ein Redaktionsteam des BR in einer anderen bayerischen Grundschule zu Gast. „Wir kommen schon ganz schön herum“, stellt Claudia Schaffer (43) lachend fest, die heute zusammen mit Johannes Keller (27) in Ebenhausen vor Ort ist. Die Viertklässler bereiten vorab vier Themen vor, die sie dann in eigenen Worten erklären. „Natürlich ist das mit viel Schneidearbeit verbunden“, erklärt Keller. „Aber schließlich soll sich auch jedes Kind, das etwas gesagt hat, hören dürfen.“ Das heißt auch, dass einzelne Sätze von zwei Kindern gesprochen und anschließend wieder zu einem zusammengeschnitten werden. „Wie ein Puzzle.“

Im Herbst hatte sich Klassenleiterin Stephanie Schmucker beim BR beworben. „Bei uns stehen sowieso Medien und Nachrichten auf dem Unterrichtsplan.“ Dazu gehört auch, dass die Kinder bereits in den vergangenen Monaten ihrer Klasse die „Nachrichten des Tages“ vorgestellt haben. „Sich mit Nachrichten zu beschäftigen trainiert die Auffassungsgabe: Konzentriert zuhören und verstehen, und anschließend in eigenen Worten wiedergeben.“

Sogar das passende Equipment haben sich die zukünftigen Radiomoderatoren gebastelt: Ein „Mikro“, bestehend aus einer Papphülse als Griff und und zusammengeknüllten Zewas als Windschutz. Für die Klaro-Nachrichten hat sich die 4b die Themen „Komorane plündern Fische in der Isar“, „Puppe Cayla spioniert und wird deshalb verboten“, „Trump erfindet Nachrichten“ und „Hundehaufen in Goslar werden mit Fähnchen geschmückt“ ausgesucht.

„Als erstes sollten wir uns den Zuhörern vorstellen“, meint Schaffer. Kein Problem. Die Finger schnellen hoch, jeder will etwas in das Mikro sagen. „Hallo, wir sind die 4b der Grundschule in Schäftlarn!“, sagt Franziska und Friedrich anschließend noch mal in der bayerischen Version: „Griaßts eich, mir san die 4b der Grundschule Schäftlarn.“

Die Kinder sind gut vorbereitet, erzählen, wo Schäftlarn liegt, nennen die Ortsteile und die Einwohnerzahl. Nur der Satz „Von unserem Klassenzimmer aus können wir auf das Fischerschlössl sehen. Wegen ihm heißt die Fischerschlösslstraße auch ,Fischerschlösslstraße’“ , erweist sich als Zungenbrecher.

Dann wird es ernst: Die Rede von US-Präsident Trump, und seine Aussage über vermeintliche Vorfälle in Schweden machen den Anfang. „Er hat in Florida vor vielen von seinen Fans gesprochen und hier nicht die Wahrheit gesagt“, beginnt Leon. „Als das rauskam, hat er es auf die Presse geschoben.“ „Und dann?“ fragt Schaffer nach. Die Antwort kommt prompt. „Die schwedische Botschaft hat gefragt, was das soll.“ „Und wie haben die Schweden selbst reagiert?“ gibt die BR-Reporterin Hilfestellung. „Die haben sich im Internet über Trump lustig gemacht“, berichtet Elisabeth weiter.

Schaffer und Keller nehmen sich Zeit für die Kinder, fragen nach, geben Hinweise. „Schade, dass wir für den Gesamtbeitrag nur insgesamt acht Minuten Sendezeit zur Verfügung haben.“ Dennoch: Spaß gemacht hat es beiden Seiten unüberhörbar. Der Beitrag wird am Freitag, 24. Februar um 18.30 Uhr auf Bayern 2 gesendet.

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