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Hüter des Heiligen Grabes

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Prachtvoll mit Blumen geschmückt: das Heilige Grab in der Klosterkirche. Foto: fKN
Prachtvoll mit Blumen geschmückt: das Heilige Grab in der Klosterkirche. Foto: fKN

Schäftlarn - Das Heilige Grab in der Benediktinerabtei Schäftlarn ist eines von wenigen Heiligen Gräbern in Bayern. Von Gründonnerstag bis Mittwoch nach Ostern steht es enthüllt und mit Blumen prächtig geschmückt in der Klosterkirche.

Frater Sigisbert (74) ist der Klostergärtner und seit 60 Jahren für den Aufbau und den Blumenschmuck des Grabes zuständig. Hatte ihm dabei in den ersten Jahren noch ein anderer Mönch geholfen, ist Frater Sigisbert nach dessen Tod, 1970, allein für die Grabstätte zuständig. Überhaupt leben in der Abtei nur noch zehn Mönche. Als Frater Sigisbert seinen Dienst begann, waren es 40.

Diese Aufgabe nimmt er mit großer Freude wahr: „Ich tue das für Gott und die Menschen. Gerade die haben große Freude an den Blumen.“

In den 1950er-Jahren haben Mönche des Klosters, die des Schreinerns und Malens mächtig waren, das Grab aus Holz gebaut. „Die Figur ist deutlich älter“, sagt Frater Sigisbert: „Aber ich weiß nicht, woher sie kommt.“ Grab und Christusfigur müssen regelmäßig ausgebessert werden.

Seit einer Woche schon ist Frater Sigisbert mit den Vorbereitungen für den Blumenschmuck beschäftigt. Neben einem prachtvollen Gesteck stellt er vor dem Grab Kübel mit Forsythien, Hyazinthen, Narzissen, Gänseblümchen, Primeln und Hortensien auf.

Bereit am Montag vor dem Osterfest hat der Frater das Grab aus dem Lager geholt und in der Kirche aufgestellt. Einige Männer aus der Gemeinde Schäftlarn haben ihm dabei geholfen, da die Holzkonstruktion recht schwer ist. Unterstützung kommt auch vom „weltlichen“ Klostergärtner Josef Maier und dessen Tochter.

Am heutigen Gründonnerstag ist der Leichnam noch mit einem weißen Tuch verhüllt, das erst am Karfreitag weggenommen wird. Bis zum späten Samstagnachmittag liegt die Jesusfigur in ihrem Grab. Dann wird sie von Frater Sigisbert herausgenommen und auf das Grab gestellt. Ein Ritual, das den Ordensbruder jedes Jahr aufs Neue mit Ehrfurcht erfüllt: „Tod und Leben lassen sich nicht besser als durch Grablegung und Auferstehung darstellen.“

Besichtigung

Wer möchte, kann sich das Heilige Grab in Kloster Schäftlarn, Klosterstraße, anschauen. Ab dem heutigen Gründonnerstag und bis zum kommenden Mittwoch ist die besondere Stätte zugänglich, täglich von 8 Uhr bis 17 Uhr, teilt das Kloster mit.

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