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Frauenfest unter Federführung von Elisabeth Jänchen (r.) – diesmal bei der Künstlerin Traudl Klor. 

Frauenfest

„Dünne Frauen sind nicht erotisch“

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Schäftlarn – Eine Künstlerin, ein Gruppe Frauen – und zwei Jubiläen: Seit 20 Jahren treffen sich unter der Federführung der Ebenhauserin Elisabeth „Bobby“ Jänchen Frauen, um sich auszutauschen.

„Jede ist ewas besonderes“, ist Jänchen überzeugt, „und das darf man auch zeigen. Bei unseren ,Frauenfesten‘ stellen wir oft solche vor - egal ob Autorinnen, Sängerinnen, Tänzerinnen.“ Mal war es eine Lesung, mal ein Besuch in einem Atelier – wie jetzt bei der Künstlerin Traudl Klor, die gleichzeitig ihr 60. Jubiläum als Kunstmalerin feierte.

Überhaupt hat die Kunst bei Jänchen einen hohen Stellenwert: „Dieses Gen habe ich von meiner Großmutter väterlicherseits mitbekommen.“ Außerdem: „Ohne Kunst kann ma d´Leit a ned zam bringen.“ Durch diese Treffen von Frauen, die sich vorher oftmals gar nicht kannten, entstehen oft neue Freundschaften und Netzwerke.

Traudl Klor, diesmal die Gastgeberin, braucht man eigentlich gar nicht mehr vorzustellen. Seit nunmehr sechs Jahrzehnten faszinieren ihre Landschaften, aber noch mehr ihre weiblichen Akte. Dabei steht nicht in erster Linie die Erotik im Vordergrund, sondern die Emotion, das „Sich öffnen“.

„Intuitiv gewählte Farben, vereinfachte Konturen und eine entschiedenen Linienführung“, lobte die Kunsthistorikerin Brigitte Seidel in ihrer Rede, „machen die Bilder zu etwas Besonderem.“ Klor verwendet als Stilrichtung den Kubismus – „und man hat oft den Eindruck, dass Picasso eben mal durch ihr Atelier gehuscht ist.“ Zudem stehe die Authentizität für eine Form der Ehrlichkeit.

Die Künstlerin selbst erzählte eine Anekdote zu einem Aktbild, das sie vor Jahren an einer Universität gemalt hat. „Tanzende, nackte Frauen – da liefen alle zusammen.“ Die Kommentare waren dementsprechend: „Oh Gott, die fasst der anderen ja an die Brust!“ Die 80-Jährige muss lachen. „Ich habe immer gesagt, dass meine Kunst nicht ,glatt‘ ist. Was herausfordert, fordert den Menschen.“ Dass Klors Akte eher üppiger Natur sind, hat seinen Grund. „Dünne Frauen sind doch nicht erotisch – warum lassen sie sich sonst die Brüste aufspritzen? Oder fandet ihr etwa Twiggy toll?“ 

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