Viele große Projekte der Neufahrner Wehr sind auch dank Michael Westermeiers Engagement umgesetzt worden.
+
Viele große Projekte der Neufahrner Wehr sind auch dank Michael Westermeiers Engagement umgesetzt worden.

Michael Westermeier verlässt den Vorstand

„Danke für viele außergewöhnliche Momente“: Abschied nach 30 Jahren bei der Neufahrner Feuerwehr

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    VonSabine Hermsdorf-Hiss
    schließen

Nach 30 Jahren verlässt Michael Westermeier den Vorstand der Neufahrern Feuerwehr. Viele große Projekte hat er mit auf den Weg gebracht und viele unvergessliche Momente erlebt.

Neufahrn – Helmut Kohl war Bundeskanzler, der Preis für Normalbenzin lag bei 1,29 DM und der 1. FC Kaiserslautern wurde Deutscher Meister: 1991. Und es war genau das Jahr, in dem der damals 25-jährige Michael Westermeier zum Kassier und Schriftführer in die Vorstandschaft der Freiwilligen Feuerwehr Neufahrn gewählt wurde. 30 Jahre sollte er hier Verantwortung übernehmen, die letzten 15 Jahre als Erster Vorsitzender des Vereins. Bei der jüngsten Hauptversammlung stellte er nun sein Amt zur Verfügung.

Damals, als es noch kein Excel gab

„Damals, als ich anfing, wurden die Berichte noch mit Füller in die Protokollbücher und die Kassenberichte in das Kassenbuch eingetragen werden“, erinnert er sich und lacht. „Da war noch nix mit Excel-Tabelle.“ 14 Jahre später hielt die digitale Fotografie Einzug im Vereinsheim der Neufahrner. „Bei den Versammlungen konnten wir nun auf Leinwand zeigen, was wir übers Jahr erlebt hatten, egal ob Ausflüge oder Einsätze.“ Ein Jahr später wurde Westermeier zum Ersten Vorsitzenden gewählt, ein Amt, das er bis 2021 ausüben sollte.

Zwei Großprojekte auf den Weg gebracht

In diese Zeit fielen zwei Großprojekte in Gemeinschaftsaktion, an denen der heute 55-Jährige federführend mitgewirkt hatte. „Viele hielten es für unglaublich, was wir da vorhatten.“ 2009 schaffte es die Vorstandschaft mit Westermeier an der Spitze, die Gemeinde zu überzeugen, dass es durchaus möglich ist, für 35 000 Euro eine Garage zu bauen und ein Fahrzeug anzuschaffen. „Wir kauften einen drei Jahre alten Vivaro, den wir in Eigenleistung zum Mannschaftsfahrzeug umbauten.“ Westermeier schüttelt den Kopf. „Was wir uns da zusammen geschnorrt haben, war unglaublich.“ So stammte die Funkanlage aus einem Hubschrauber und das Martinshorn von einer befreundeten Wehr. Auch bei der Garage griffen die Neufahrner auf alles zurück, was nur irgendwie ging. „So verwerteten wir beispielsweise den Dachstuhl eines Abrissgebäudes.“ Und das Unmögliche gelang: Der selbst gestellte Kostenrahmen wurde eingehalten.

Ein eigener Stadl

Die Idee zum nächsten Großprojekt kam 2016. „Die Blaskapelle Wangen-Neufahrn feierte in einem Stadl ihr 50-jähriges Bestehen – und plötzlich hat uns der Gedanke nicht mehr losgelassen, wie es wäre, für Übungszwecke selbst einen Stadl zu haben.“ Ein Konzept wurde erstellt, das allerdings nicht nur besagten Übungsstadl enthielt, sondern auch gleich noch die Verlegung des Spielplatzes und die Errichtung von so dringend benötigten weiteren Parkplätzen – schließlich nutzen gleich drei Vereine (Feuerwehr, Eisstockclub und Schützen) das Gebäude an der Haarkirchener Straße.

Und dass die Neufahrner zusammen helfen, wenn es darum geht, etwas auf die Beine zu stellen, ist schon fast selbstverständlich. „Mich haben immer wieder Bilder erreicht, wie um 21 Uhr im Sommer noch gepflastert wurde“, erzählt der Initiator. Inzwischen hatten die Feuerwehrler sich einen gebrauchten Stadl gesichert und eingelagert. Doch dann stellte sich heraus, dass das Holz nicht mehr verwendbar war. „Also haben wir neues Holz besorgt und in Eigenleistung das Übungshaus in Holzständerbauweise errichtet.“ Der Innenausbau wurde über eine Crowdfunding-Aktion auf der Plattform der Raiffeisenbank Isar-Loisachtal finanziert. „Dass wir allerdings hier bei offenem Tor einmal eine Jahresversammlung abhalten, hätte ich auch nicht gedacht.“

Unglaublicher Zusammenhalt

Rückblickend lobt Westermeier den unglaublichen Zusammenhalt. „Es ist eine starke Bindung zwischen dem Verein und der aktiven Mannschaft – das perfekte Miteinander, voller Respekt und Verständnis. Ich kann nur Danke für diesen Einsatz sagen und für all die außergewöhnlichen Momente, die dadurch entstanden sind“, sagt Westermeier. „Und jetzt freue ich mich darauf, dass ich das als Neufahrner Feuerwehrler genießen kann.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare