Romantisch und verträumt: Der Eibsee im Morgennebel – fotografiert von Konstantin Krämer.
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Romantisch und verträumt: Der Eibsee im Morgennebel – fotografiert von Konstantin Krämer.

Schäftlarnerin gibt Bildband heraus

Diese Fotos beweisen: Abenteuer sind ganz nah

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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Die Schäftlarner Fotografin und Dokumentarfilmerin Ulla Lohmann ist für ihre Aufnahmen bereits um die ganze Welt gereist. Doch weil Reisen in der Pandemie kaum möglich war, hat sie einen Oniine-Fotoworkshop ins Leben gerufen. Viele Hobbyfotografen bewiesen mit ihren tollen Motiven, wie schön es in Deutschland ist, und dass es auch hier viel zu entdecken gibt. Lohmann hat daraus jetzt einen Bildband gemacht.

Schäftlarn – Und plötzlich ist alles anders: Das merkte auch die Schäftlarner Fotografin und Dokumentarfilmerin Ulla Lohmann. Normal ist Lohmann eher im Auftrag von National Geografic im Dschungel von Papua-Neuguinea zu finden, oder mit der Kamera für GEO in aktiven Vulkanen unterwegs - oder trotz Schwangerschaft zusammen mit Ehemann Basti Hofmann 47 Berge in 47 Ländern innerhalb von 470 Tagen zu besteigen.

Besonders junge Fotografen überraschen

Sattgrün: Bärlauch in der Nordeifel von Markus van Hauten.

„Als das alles plötzlich nicht mehr möglich war, habe ich mich gefragt, was Abenteuer ist und ich glaube, es immer nur in der Ferne zu finden ist.“ Lohmann gab zeitgleich zu diesen Überlegungen online kostenfreie Live-Fotoworkshops – „und da merkte ich, dass das Abenteuer im Auge des Betrachters liegt und man es überall findet.“ Die Schäftlarnerin stellte ihrer „#ullalohmanncommunity“ immer wieder Aufgaben und war erstaunt über die Qualität der Einsendungen. „Besonders die jungen Fotografen haben mich überrascht, allen voran der 15-jährige Luca Lorenz, der einen schwimmenden Rehbock mit Spiegelung bei bestem Licht erwischt hat.“

440 Seiten starker Bildband

Begeistert von den schönen Seiten Deutschlands: Herausgeberin Ulla Lohmann. 

Schell entstand die Idee, aus den wunderschönen Bildern der „Amateure“ ein Buch zu gestalten. Eine Idee, die nicht lange Theorie blieb. Entstanden ist ein 440 Seiten starker Bildband mit Fotos von 107 Fotografen, die den Betrachter auf eine Deutschlandreise durch den Sommer 2020 mitnehmen. „Es soll einladen, Deutschland selbst zu entdecken, und zudem ist es eine Hommage an alle Hobbyfotografen.“ Lohmann selbst hat für einen Beitrag selbst zur Kamera gegriffen und ihre ursprüngliche Heimat, die Pfalz, fotografiert. „Aber ehrlich gesagt bin ich nicht zufrieden“, sagt sie selbstkritisch. „Wenn man die Bilder der anderen Fotografen anschaut, muss ich zugeben, dass die ,Amateure’ teilweise sehr viel bessere Bilder haben.“

Erlös wird gespendet

Malerische Weite: Der nördlichste Wasserfall Deutschlands an der Nordsee von Fotograf Benjamin Regg. 

Und Lohmann wäre nicht Lohmann, wenn sie nicht versuchen würde, mit dem Erlös des Buches anderen zu helfen. „Die Einnahmen aus dem Projekt gehen an den Verein Pacific People Aid Fund, kurz PPAF, der sich dafür einsetzt, Menschen im Pazifik zu helfen, die durch den von uns verursachten Klimawandel in Not geraten sind.“ Mit dem Pazifik und seinen Menschen verbindet Lohmann viele Erinnerungen. Als sie mit 18 Jahren mit dem Geld aus der Siegerprämie von „Jugend forscht“ auf Weltreise ging, begegnete sie der „Alvei“, einem Schiff, dass für Hilfsprojekte durch diese Gegend segelte. Kurzerhand heuerte sie als Köchin an und gestand der Mannschaft erst auf hoher See, dass sie gar nicht kochen kann. Mittlerweile konnten zusammen mit einer anderen Spendenaktion bereits über 1000 Euro an die PPAF überwiesen werden.

Hier gibt‘s den Bildband

Ulla Lohmann: Unser Sommer. Ein Bildband der Ulla Lohmann Community, 440 Seiten, ISBN: 978-3-00-067409-9, Preis 39 Euro.

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