Verunsichert: Gerade bei Senioren versuchen die Betrüger ihr Glück – oft mit Erfolg.
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Verunsichert: Gerade bei Senioren versuchen die Betrüger ihr Glück – oft mit Erfolg.

Schäftlarns Bürgermeister warnt mit Polizei vor neuen Vorgehensweisen am Telefon

Betrüger nutzen Corona-Pandemie aus

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Kriminalstatistik in den einzelnen Gemeinden aus: Zwar sind die Einbrüche und Taschendiebstähle zurückgegangen, dafür aber Betrügereien am Telefon oder an der Haustüre gestiegen.

Schäftlarns Bürgermeister Christian Fürst warnt jetzt gemeinsam mit der Polizei im Gemeindebrief vor den neuesten Maschen. Nach wie vor beliebt ist der Enkeltrick. Noch immer versuchen Betrüger damit, an Geld zu kommen. Besonders Senioren wird am Telefon vorgegaukelt, ein Angehöriger befindet sich in einer Notlage, aus der er nur durch Zahlung eines höheren Geldbetrages wieder herauskommt.

„Nun gibt es die Variante mit dem Coronavirus“, wissen die Experten. Dem Opfer wird erzählt, dass sich der Verwandte mit dem Virus infiziert hat – und um seine Behandlung bezahlen zu können, werden Bargeld oder andere Wertgegenstände benötigt. „Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, selbst den Namen des Enkels oder der Nichte zu nennen“, rät die Polizei. „Fordern Sie den Anrufer dazu auf.“ Auch die Beschreibung von Dingen, Personen oder Vorkommnissen, die nur unter echten Verwandten bekannt sind, helfen, den Teilnehmer am anderen Ende der Leitung zu identifizieren. „Rufen Sie lieber die Angehörigen, um die es geht, unter der Ihnen bekannten Telefonnummer zurück – und geben Sie keinesfalls Auskunft über familiäre und finanzielle Verhältnisse preis.“

Andere Betrüger geben sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes aus und fordern dazu auf, einen Corona-Test machen zu lassen. Der „Sonderpreis“ dafür: 5000 Euro bis 7000 Euro. Oft klingeln die Täter auch direkt an der Haustüre, und bieten hier die Durchführung dieser „Dienstleistung“ in der Wohnung an. „Lassen Sie sich nicht darauf ein, kostspielige Tests durchzuführen.“ Ebenso bringt eine Rückfrage bei Hausarzt oder Gesundheitsamt, ob überhaupt ein Test angeordnet worden ist, Klarheit. Und: „Lassen Sie niemanden in die Wohnung, und lassen Sie sich auch nicht durch Drohungen verunsichern.“ Gegen energische Besucher kann man sich durch lautes Sprechen oder Hilferufe wehren. „Kommt Ihnen die Situation verdächtig vor, oder werden Sie bedroht, wählen Sie umgehend die Polizei unter der 110 an.“  

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