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Beim Präparieren: Stefan Warislohner will mit „guten Insekten“ schlechte bekämpfen und nutzt als Transportmittel eine Drohne.

Biokampfmittel aus der Luft

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Der Maiszünsler ist auf dem Vormarsch. Das ist laut Bayerischer Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) etwa der Nahrungsbedarf von 60 Millionen Menschen. Nur, wie kann man den Kleinschmetterling bekämpfen, ohne gleich die chemischen Keule einzusetzen?

Landkreis – Der Maschinenring Wolfratshausen (MR) startet zusammen mit Stefan Warislohner , Inhaber der Firma Videographics Ingenieurgesellschaft in Sauerlach, einen Projekt, um dem Schädling auf ökologischer Basis den Garaus zu machen.

„Gute Insekten vernichten böse Insekten – einfach ausgedrückt“, sagt Warislohner. Der 55-Jährige kniet vor einer Drohne am Rande eines Maisfeldes bei Sachsenkam (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen), eine Pappschachtel mit weißen Kugeln in der Hand. „Da sind die Guten drin“, erklärt er und nimmt eine der Kullern heraus. Besonders groß sind sie nicht, etwa zwei Zentimeter. Was aber zählt ist der Inhalt: In dem Inneren der Zellulosefasern befinden sich Trichogramma-Eier in verschiedenen Entwicklungsstadien. Die daraus entstehenden Schlupfwespen parasitieren die Gelege des Maiszünslers und zerstören sie so. Findet die Schlupfwespe keine Zünslereier mehr, stirbt auch sie.

Raupen fressen sich durch Mark

Doch warum ist der Maiszünsler so gefährlich? „Seine Raupen fressen sich durch das Stängelmark langsam nach unten“, gibt Christian Stemmer, Geschäftsführer des MR Auskunft. Die Leitungsbahnen werden so zerstört, die Maisfahnen knicken ab, Ernteeinbußen sind die Folge. Auch die Larven richten bereits Schäden an, da sie durch ihre Bohrtätigkeiten den Pilzbefall fördern. Der Maiszünsler verbreitet sich schnell. „In Augsburg ist der Befall schon massiv, in Ebersberg geht es gerade los.“

Aber: Um wirklich erfolgreich bei der Zurückdrängung des Schädlings zu sein, müssen alle Landwirte im Befallgebiet konsequent dagegen ankämpfen, teilweise über Jahre.

Zünsler kommt vom Mittelmeer

Ursprünglich kommt der Maiszünsler aus wärmeren Regionen wie die Mittelmeerländer. Ende der 1970er jedoch trat er erstmalig auch in Bayern auf und ist laut LfL seit 2005 auf immer mehr Maisfeldern präsent.

Stefan Warislohner füllt die Kugeln in eine Art Tank unter der Drohne. Das Fluggerät ist so programmiert, dass es 15 Metern über dem Boden gleichmäßige Bahnen über das Maisfeld zieht und alle zehn Meter eine Kugel abwirft. „Innen ist so eine Art Wählscheibe, die dafür sorgt, dass immer nur eine Kugel herausfällt.“ Warislohner lacht. „Wie bei der Ziehung der Lottozahlen, nur ohne vorheriges Mischen.“ Dann ist es soweit: Die Drohne steigt auf und beginnt mit ihrer Arbeit, fliegt, stoppt, wirft eine Kugel ab, fliegt weiter, stoppt, wendet. Warislohner behält sie ununterbrochen im Auge. Dabei ist die Schädlingsbekämpfung gar nicht die Hauptaufgabe der Firma des 55-Jährigen. Das sind hauptsächlich Präzisions-Luftbildvermessungen, Thermografie, um Undichtigkeiten und Wärmeverlusten auf die Spur zu kommen, sowie Inspektionsflüge und Prüfung von Photovoltaikanlagen. „Betreibern von Anlagen auf gemieteten Dächern – gerade wenn es sich um Schulen oder öffentlichen Gebäuden handelt – wird ein jährlicher Prüfrhythmus empfohlen“, sagt Warislohner. Ist eine Zelle defekt, verbraucht sie Strom und erhitzt sich. Diese Temperaturunterschiede werden von einem Octocopter mit Wärmebildkamera sichtbar gemacht.

Abwurfbahnen programmieren

Inzwischen hat die Drohne ihre Arbeit beendet, setzt auf dem vorher bestimmten Platz wieder auf. Warislohner geht zu seinem Computer, um die Bahnen für den Abwurf auf einem weiteren Feld zu programmieren. „Weiter gehts.“ Und ein Blick zurück auf das eben bearbeitete Maisfeld: „Jetzt sind die mit ihrer Arbeit dran.“

Doch nicht nur die Trichogramma-Eier: Auch der Maschinenring wird weiter ein Auge auf das Feld haben. „Wir werden in regelmäßigen Abständen kontrollieren, ob die Maßnahme zum Erfolg geführt hat.“ Er selbst hat sich eines der Eier mit genommen, um es unters Mikroskop zu legen, um sich die verschiedenen Entwicklungsstadien und die Lebensfähigkeit zu überprüfen. „Hat alles so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben, sind wir gerüstet, falls der Maiszünsler auch hier überhand nimmt.“

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