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Gleiches Gebäude andere Dachfarbe: Das ehemalige Postamt ist nach dem Umbau (siehe unten) kaum mehr wiederzuerkennen. 

Architektur

Dach muss wohl neu gedeckt werden

Ebenhausen – Über Geschmack lässt sich streiten, über die Dachfarbe in Ebenhausen aber nicht. Denn hier gilt: Grau ist nicht erlaubt, weshalb die Besitzerin des ehemaligen Postgebäudes in Ebenhausen wohl ihr Dach neu decken lassen muss.

Die Eigentümerin wollte jetzt im Schäftlarner Bauausschuss die nachträgliche Erlaubnis, von der Farbe der Dacheindeckung, wie sie die örtlich geltende Bauvorschrift vorsieht, abweichen zu dürfen. „Zugelassen sind Ziegelrot bis Rotbraun, aber nicht Grau“, betont Bauamtsleiter Stefan Jocher, der sich zusammen mit dem Gremium vor Ort vergewisserte. Die Eigentümerin wird nun, ebenso wie das Landratsamt, per Ablehnungsbescheid von der Entscheidung informiert. Was der Dame nun bleibt, ist entweder das Dach neu einzudecken oder Einspruch zu erheben.

Das ehemalige Postgebäude beschäftigt nicht das erste Mal den Gemeinderat. Bereits Anfang 2012 entspannen sich im Gemeinderat rege Diskussionen, wie viel und was die neue Besitzerin auf dem Areal in der Ebenhauser Ortsmitte bauen darf. Um eine Wohnbebauung möglich zu machen, änderte der Rat die bis dahin vorgeschriebene Nutzung. Die damalige Festlegung lautete „Post und Telekomunikation “. „Doch so“, gab Bürgermeister Matthias Ruhdorfer (CSU) zu bedenken, „kann keiner mit dem Grundstück etwas anfangen.“ Aber, und darauf legten alle Gemeinderatsmitglieder größten Wert, solle das über 80 Jahre alte Postgebäude auf jedem Fall erhalten bleiben. Allerdings stand das Haus nicht unter Denkmalschutz, ein Abbruch wäre somit möglich gewesen. „Doch für unser Ortsbild“, machte sich im Mai 2012 nochmals Christian Fürst (CSU) stark, „ist dieses Gebäude wichtig.“

Die Eigentümerin selbst wollte das Haus nach ersten Plänen erhalten, aber im nördlichen Teil des Grundstücks zwei Doppelhäuser bauen. „Zu groß, zu massiv“, so die Meinung des Gemeinderates. Letztendlich versuchte man, einen Kompromiss zu finden, Räte und Bauherrin kamen aufeinander zu, ein drohender Abriss wurde abgewendet. Und heute? Heute erinnert nicht mehr viel an das alte Gebäude. Die ehemals zartgelbe Fassade ist mit Holz verkleidet, die grünen Fensterläden fehlen, und statt roter wurden jetzt dunkelgraue Ziegel verwendet. „Ich muss sagen“, sagt Jocher , „dass unsere Gemeinderäte bei diesem Anblick etwas angesäuert waren.“

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