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Mit dem Abschleppwagen unterwegs: Florian Berger zieht kaum die Schraube an, da ruft der nächste Einsatz. 

Karosseriebauer im Gespräch

Der Chef vom Blech

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Für Technik am Auto hat sich Florian Berger schon immer interessiert. Er hat seinen Berufung zum Beruf gemacht.

Ebenhausen – Eigentlich dreht sich bei Florian Berger (35) alles ums Blech, egal ob beruflich oder privat. „Irgendwie bin ich da so hineingerutscht“, erzählt der Ebenhauser. Als Jugendlicher kaufte sich Berger eine Yamaha DT 80 – sein ganzer Stolz. „Nur dass sie permanent kaputt war.“ Doch glücklicherweise war in nächster Nähe von Bergers Elternhaus die Autowerkstatt von Markus Tyroller. „Also habe ich die Yamaha über die Straße geschoben und reparieren lassen. Der reinste Pendelverkehr.“ Irgendwann war er so oft dort, dass Tyroller meinte, Berger soll die „Schrauberei doch gleich selbst lernen“. „Also habe ich meinen Plan, Koch zu werden, aufgegeben und bin Karosseriebauer geworden.“

Berger beweist Gespür für die Technik, tüftelt gerne. „Wenn ich mal einen Fehler nicht finde, nervt mich das so sehr, dass ich dann im Internet die halbe Nacht recherchiere, bis ich einen Lösungsansatz gefunden habe.“ Motorrad fährt er übrigens immer noch. Doch wenn jetzt mal etwas nicht funktioniert, greift er selbst zu Ringschlüssel und Schraubenzieher. 19 Jahre bleibt Berger bei seinem Lehrherrn, nur unterbrochen von der Zeit bei der Bundeswehr und dem Besuch der Meisterschule. Seit August hat er einen neuen Arbeitsplatz: Er fährt den ADAC-Abschleppwagen der Wolfratshauser Firma Horner.

Also wieder was mit Blech. Und der neue Job steht in gewisser Weise auch mit Bergers Freizeit-Engagement in Verbindung. Der Vater zweier Kinder ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Ebenhausen und Vorstand der Feuerwehr Hohenschäftlarn, fährt zudem bei der Einheit der First Responder mit und ist somit oft genug bei Unfällen zu finden. „Einmal habe ich nach einem Einsatz den Verkehrssicherungsanhänger am Gerätehaus repariert“, erzählt Berger. „Die Bremse hat nicht so funktioniert, wie sie sollte.“

Kaum war die letzte Schraube angezogen, riefen die Piepser zum nächsten Einsatz. „Ich habe nur gesagt: ,Servus, bis dan. Da ich an diesem Abend Bereitschaft beim Abschleppdienst hatte, konnte ich nicht mit der Feuerwehr mitfahren. Dafür bin ich dann etwas später mit dem Abschleppwagen hin gekommen.“ Dass das Hallo dementsprechend war, ist verständlich. Die Faszination für die Technik hat Berger an seinen Sohn weitergegeben. „Feuerwehrautos und Abschleppwagen – mit etwas anderem spielt er nicht.“ Nur, dass die eben noch nicht aus Blech, sondern aus Plastik sind. 

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