Nina Ioppolo
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„Es ist für uns super gelaufen, wir waren durchgebucht“, sagt Nina Ioppolo, Inhaberin von „Nina’s Haarstudio“ in Grünwald.

Wie Blumenläden, Friseursalons, Nagelstudios und Schulen die Wiedereröffnung erlebt haben

Eine Woche zurück in der Fast-Normalität

  • vonAndrea Kästle
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Schrittweise soll das öffentliche Leben in den kommenden Wochen wieder hochgefahren werden – so es der Corona-Inzidenzwert zulässt. Einige Bereiche wie Friseurläden und Schulen haben die erste Woche, in der sie wieder öffnen durften, schon hinter sich.

Der Blumenhändler

„Die erste Woche nach dem Lockdown ist für uns ganz normal gelaufen – wie vor dem Lockdown auch“, sagt Peter Geisler, Inhaber von Blumen Geisler in Hohenschäftlarn. „Die Leute waren glücklich, dass wir wieder offen haben, es hat mich gefreut, das zu spüren. Wobei wir in der letzten Zeit ja auch schon Blumen nach dem click&collect-Prinzip verkauft haben, wenn auch nur einen Bruchteil von dem, was normalerweise geht. Und Kränze und Gestecke für Beerdigungen durften wir ja auch die ganze Zeit über bereitstellen. Ich habe in den letzten Wochen ein bisschen einen Vorgeschmack auf die Rente bekommen – der stimmt mich nachdenklich. Ansonsten haben wir die Zeit genutzt und den Laden renoviert. Hätten wir diese letzten zehn Wochen nicht überlebt, dann hätte ich als Geschäftsmann in den letzten 47 Jahren einiges falsch gemacht.“

Die Nagelstudio-Chefin

„Das Geschäft ist zögerlich angelaufen, zwar bin ich die nächsten zwei Wochen ausgebucht, aber normalerweise dauert es drei Wochen, ehe man bei mir einen Termin bekommt“, sagt Martina Völkl, Inhaberin des Nagelstudios Haar. „Die letzten drei Monate waren schlimm für mich, die habe ich überhaupt nur überstanden, weil ich einen ganz tollen Mann habe. Und weil ich als Leiterin der Landes-Geschäftsstelle des Verbands der Nageldesigner ziemlich beschäftigt gewesen bin. Wir haben Politiker und Gesundheitsämter in Briefen davon zu überzeugen versucht, dass die Kundinnen bei uns wirklich komplett sicher sind. Wir haben ja ein optimales Hygiene-Konzept. Aber wir haben keine einzige Antwort bekommen. Zwei der Kundinnen, die diese Woche hier waren, waren bereits geimpft, das war ein tolles Gefühl. Die beiden sind komplett entspannt hier hereinspaziert.“

Die Friseurin

„Es ist für uns in der letzten Woche super gelaufen, wir waren durchgebucht“, sagt Nina Ioppolo, Inhaberin von „Nina’s Haarstudio“ in Grünwald. „Auch die nächsten drei Wochen sind wir komplett voll. Besonders glücklich macht mich, wie froh die Leute sind, dass sie wieder kommen können. Manche sind wirklich ziemlich zugewachsen – ich kann Ihnen sagen, wir haben in den letzten Tagen eine Menge Haare abgeschnitten und auch gefärbt! Und zum Vorschein kamen unter den Matten nur fröhliche Gesichter. Ich habe den Laden jetzt seit 35 Jahren, ich bin das älteste Friseurgeschäft in der Gemeinde. Die Dezemberhilfe habe ich noch nicht bekommen, aber ich habe sie beantragt. Einstweilen musste ich meine Altersvorsorge anbrechen, um die Betriebskosten zahlen zu können. Mein Vermieter ist mir aber auch ein wenig entgegengekommen.“

Die Lehrerinnen

„Wir haben eine anstrengende Zeit hinter uns – und zwar wir Lehrerinnen und Lehrer wie auch die Kinder und ihre Eltern“, erklären Claudia Angermaier und Inga Flaucher, Rektorin und Konrektorin der Grundschule in Grünwald. „Seit einem Jahr experimentieren wir mit anderen Unterrichtsformen, wobei wir schon sehr früh, nämlich an Ostern 2020, damit begonnen haben, online zu unterrichten. Weil klar war, dass sonst die Beziehung zu den Schülern abbricht. Inzwischen sind wir fit in allen Formen des Unterrichtens. Natürlich haben wir uns gefreut, als wir am 22. Februar wieder zum Normalbetrieb zurückkehren durften. Inzwischen ist allerdings die erste Klasse nach einem Corona-Fall schon wieder in Quarantäne. Auch an den Kindern haben wir gemerkt, wie sehr ihnen Schule im Klassenzimmer abgegangen ist. Viele haben uns gesagt: ,Endlich dürfen wir wieder kommen!’“

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