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Die Köpfe hinter der Idee: Constantin von Mutius (li.) und Michael G. Hoesch. 

Bei Verspätung und Stornierung

Entschädigung ohne Papierkrieg: Zwei Schäftlarner kämpfen Für Fluggast-Rechte

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Bei Verspätung haben Fluggäste ein Recht auf Entschädigung. Doch die durchzusetzen, ist meist ein Riesenaufwand. Das wollen zwei Unternehmer aus Schäftlarn ändern.

Schäftlarn – Bereit zum Abheben: Nach zweijähriger Testphase soll das Schäftlarner Fluggastportal „Captain Frank“ im nächsten Jahr europaweit durchstarten. Unternehmensgründer Michael Hoesch (59) und Constantin von Mutius (42) haben viel dafür getan, dass Fluggästen bei einer Verspätung oder Stornierung eine entsprechende Entschädigung ausbezahlt wird.

Die Frage, wie viele Stunden der Finanzexperte und Vollblut-Unternehmer Michael Hoesch selber schon mit Verspätung wartend an Flughäfen verbracht hat, beantwortet er mit einem Schulterzucken: „Das sind zusammengerechnet sicherlich einige Wochen.“ Außerdem habe er, wie wohl viele andere Fluggäste auch, fast nie die von der europäischen Fluggastverordnung festgelegte Entschädigung eingefordert. „Das ist einfach wahnsinnig viel Papierkram“, sagt der fünffache Familienvater aus Zell. „Noch dazu machen es einem die Fluggesellschaften nicht leicht“, ergänzt Constantin von Mutius, der als IT-Spezialist für den technologischen Aufbau des Unternehmens verantwortlich ist.

Beide haben zuvor schon erfolgreich andere Firmen gegründet und wissen: „Unternehmen ist das Gegenteil von Unterlassen.“ Die Geschäftsidee zu „Captain Frank“ war deshalb schnell geboren. Die erwachsenen Kinder von Michael Hoesch und ihre Kommilitonen unterstützten immer wieder den Entwicklungsprozess. Hoesch freut sich: „Wir haben alle viel dazugelernt.“ So habe eine der Studentinnen beispielsweise „auf die Schnelle“ das Logo entwickelt. „Start up“ bedeute „flache Hierarchien“ und „einfach selbermachen.“

Verzehnfachung im kommenden Jahr geplant

Inzwischen ist der Mitarbeiterstamm des in Schäftlarn ansässigen Unternehmens auf fünf Angestellte angewachsen, die monatlich bis zu 250 Anfragen erfassen. Eine Verzehnfachung dieser Zahlen ist für 2019 geplant. „Natürlich läuft vieles per Computer. Unsere Plattform ist darauf ausgelegt, dass große Datenvolumina von Kleinstforderungen innerhalb kürzester Zeit geprüft und bearbeitet werden können“, erklärt der Irschenhauser von Mutius. Hoesch ergänzt: „Aber wir wollen nicht nur elektronisch mit den Kunden Kontakt halten, sondern auch ganz altmodisch über den Postweg oder per Telefon.“

Zuhören sei dabei wichtig. „Wir lassen uns auch mal die ganze unerfreuliche Flugverspätungsgeschichte erzählen“, so Hoesch. Bewährt habe sich zudem das Empfehlungssystem über Vermittler – die „Captain-Frank-Botschafter“. Hoesch ist sich sicher: „Menschen vertrauen echten Personen mehr als einer Werbebotschaft im Internet.“

Je nach Stunden und Flugstrecke stehen den Geschädigten bei Verspätungen unterschiedlich hohe Entschädigungssummen zu. Bei drei Stunden und bis zu 1500 Kilometer sind es beispielsweise 250 Euro, bei 1500 bis 3500 Kilometern sind es 400 Euro und bei mehr als 3500 Kilometern liegt der Anspruch bei 600 Euro – pro Ticket! Übernimmt Captain Frank eine Flugverspätung auf Erfolgsbasis, fällt eine Gebühr von 20 Prozent der Entschädigungssumme an, wenn die Airline das Geld auszahlt. Beim sofortigen Ankauf sind es 30 Prozent.

Die Entschädigung kann, wer will, auch spenden

Und wer, vor allem jetzt in der Weihnachtszeit, mit seiner Entschädigungs-Summe etwas Gutes tun möchte, kann das Geld auch spenden. „Unsere Kooperation mit SOS-Kinderdorf wird sehr, sehr gut angenommen“, sagt Hoesch erfreut, der schon wieder das nächste Projekt in der Pipeline hat: „Wenn bei Captain Frank weiterhin alles gut läuft, dann können wir in der zweiten Jahreshälfte in Kooperation mit einem Blockchain-Technologie-Unternehmen eine Flugverspätungs-Versicherung anbieten.“ von Mutius fasst zusammen: „Mit unserem Angebot wollen wir für die Kunden verlorene Zeit zu Geld machen, egal ob durch den Forderungsankauf oder die Flugverspätungs-Versicherung.“

Weitere Infos unter www.captain-frank.com

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