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Ständiger Einsatzort: Die A95 fordert die Feuerwehr massiv.

26 von 34 Einsätzen auf der Autobahn

A95 ist Sorgenkind der Feuerwehr. „Das sind Unfälle, die uns viel abverlangen“

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Immer wieder die A95: 26-mal musste die Feuerwehr Neufahrn (Gemeinde Schäftlarn) 2017 zur Autobahn ausrücken. Ein Einsatz war besonder sensibel.

Neufahrn (Gemeinde Schäftlarn) – Die Autobahn ist und bleibt das Sorgenkind der Freiwilligen Feuerwehr Neufahrn. Von 34 Einsätzen führten die Mitglieder 26 auf die A95. „Und das sind Unfälle, die uns viel abverlangen“, sagt Kommandant Martin Seitner. Besonders in Erinnerung bleibt den Aktiven die Alarmierung am 6. Juni 2017. Weil er bei nasser Fahrbahn zu schnell unterwegs war, war ein Autofahrer mit seinem Mercedes unter die Leitplanke geschleudert worden. Um den Schwerstverletzten aus dem Wrack befreien zu können, musste die Leitplanke vorsichtig Stück für Stück weggeflext werden. „Eine große Herausforderung, weil wir im Prinzip ganz nah neben dem eingeklemmten Fahrer arbeiten mussten.“ Es gelang den Rettern.

Doch Seitner übte bei der Jahresversammlung der Feuerwehr auch Kritik: Der Verwaltungsaufwand nehme immer mehr Zeit in Anspruch. „Hier stehen 310 Stunden an Bürokratie 335 Einsatzstunden gegenüber“, verdeutlichte der Kommandant. Bürgermeister Matthias Ruhdorfer (CSU) versuchte, dafür eine Erklärung zu finden. „Es wird seitens Versicherungen und Bürgern immer mehr nachgefragt. Und man kann sich nur rechtfertigen, wenn man Unterlagen hat, die jeden Schritt nachvollziehbar machen. Auch wenn es lästig ist, so dient es auch der Sicherheit für die Verantwortlichen.“

Für 2018 hat die Feuerwehr große Pläne. Im Dezember hat der Gemeinderat den Weg zur Errichtung eines Feuerwehrübungshauses mit Parkplätzen sowie für die Verlegung des Spielplatzes geebnet. Feuerwehrvereins-Vorsitzender Michael Westermeier betonte diesbezüglich: „Wie das bei uns in Neufahrn so üblich ist, haben wir vor, zusammen sehr viel in Eigenleistung stemmen.“ Ihm schwebt bereits ein Zeitplan vor. Nach Ende der Schlecht-Wetter-Periode sollen im Frühjahr die Bäume und Sträucher entfernt, der Feld- und Wiesengrund aufbereitet werden. Um eine reibungslose Organisation zu gewährleisten, wird zudem eine Arbeitsgruppe gegründet, die Anfang Februar zusammentritt. „Und falls wir dann noch immer nicht genug haben, fangen wir – wenn auch frühestens im August oder September – mit dem Stadl an.“ Der lagert momentan, in Einzelteile zerlegt und sorgfältig nummeriert, in Neufahrn-Süd und wartet auf seinen Wiederaufbau. Warum Westermeier die Zeit unter den Nägeln brennt, liegt auf der Hand: „2019 haben wir wieder Maifeier, da ist genügend zu tun.“

Abschließend gab es eine Ehrung: Paul Westermeier gehört seit stattlichen 70 Jahren zum Verein. Der Vorsitzende erläuterte: „Als 15-Jähriger ist er im Januar 1948 der Feuerwehr beigetreten. Das waren Zeiten, wo wir noch nicht eigenständig waren, sondern als Löschzug geführt worden sind.“

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