Fußballgolf
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Rein mit dem Ball ins Loch – darum geht es beim Fußballgolfen. Anlagen wie diese gibt es schon einige in Deutschland, nun soll auch in Neufahrn eine entstehen.

Neue Freizeitanlage am Ortsrand Neufahrns

Fußballgolfen in Schäftlarn - Gemeinderat begeistert von Idee

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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Eine neue Freizeitmöglichkeit könnte bald etliche Landkreisbürger nach Schäftlarn locken. Dort soll eine Anlage für Fußballgolf entstehen.

Doch was ist das eigentlich Fußballgolf? „Eine Sportart, die ursprünglich aus Schweden kommt und Elemente aus Fußball und Golf kombiniert“, erklärte Bauamtschef Andreas Porer dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.Sprich, ein Fußball soll mit viel Geschick und möglichst wenig Schüssen über Hindernisse und Geländeneigungen in Löcher befördert werden – so wie es auch beim Golf das Ziel ist. In Neufahrn an der Zeller Straße am Ortsrand soll eine solche Freizeitanlage entstehen.

Ein Familienbetrieb

Die Idee dazu hatten Max Urban (31), sein Bruder Sebastian und sein Cousin Markus. Gemeinsam mit der Familie wollen sie die Anlage betreiben. „Ich bin mit diesem Sport über Freunde in Kontakt gekommen“, erzählt Urban und lacht. „Unter anderem bei einem Junggesellenabschied.“ Spielen kann in dem Rundkurs jeder, Altersbeschränkungen gibt es nicht. Die Spieldauer auf den 18 Bahnen zwischen 40 Metern und 100 Metern liegt bei etwa eineinhalb Stunden bis zwei Stunden. Geplant wäre die Anlage auf maximal drei Hektar des etwa 4,65 Hektar großen Areals, das in Familienbesitz ist.

Parkplatz und Kiosk

Um geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, sollen ein Kiesparkplatz und ein Kiosk mit Selbstbedienung entstehen, um den Sportlern auch Erfrischung anbieten zu können. „Auf der nicht benötigten Fläche sind wir offen für Blühwiesen oder Freiflächenfotovoltaik.“ Die Anbindung erfolgt über die Zeller Straße und Neufahrn selbst. Der Betrieb würde witterungsbedingt zwischen April und Oktober laufen, ebenso kann sich die Familie Urban vorstellen, sich damit an Ferienpass-Programmen zu beteiligen und Kinder- und Jugendheime zu unterstützen.

Bereicherung für Ort

„Ich kann mir vorstellen, dass das für unseren Ort eine Bereicherung sein kann“, urteilt Bürgermeister Christian Fürst und sprach damit dem Gros des Gemeinderats aus der Seele. Und: „Die Gäste werden ja nicht zu Tausenden kommen, eher werden sich die Besucherzahlen pro Wochenende zwischen 50 bis 80 bewegen.“ Zudem, da die Maßnahme kaum größere Eingriffe erfordere, kann im Falle des Falles alles schnell wieder in den bisherigen Zustand zurückgebaut werden.

Ein Punkt, der Christian Lankes (Grüne) begeistert. „Ich finde die Idee spannend. Vor allem auch, weil die Topografie erhalten bleibt und nur so wenig Versiegelung wie möglich stattfindet.“ Auf dem nicht benötigten Platz können sich die Gemeinderäte sogar eine Art kleinen Dirtpark, eine Anlage für Mountainbiker, vorstellen.

Kein Disneyland

Christine Keller (GU) hatte jedoch Bedenken wegen der Außenwirkung. „Schaffen wir hier nicht einen Präzedenzfall?“ Fürst verweist auf die Entscheidungsgewalt der Gemeinde. „Wir haben es in der Hand, wo etwas entsteht. Und wenn noch jemand eine gute Idee hat, ohne dass dafür die Landschaft groß verändert werden muss, warum nicht?“ Dieser Meinung waren auch Christian Doll (CSU) und Julia Brunner (Grüne). „Es entsteht hier ja nicht Disneyland oder die Therme Erding“, so der CSU-Mann. Brunner setzt noch einen drauf. „Ich fände es im Gegenteil begrüßenswert, wenn noch andere mit so guten Ideen kommen würden.“ Letztendlich stimmt der Gemeinderat einstimmig dafür, die Realisierung der Anlage zu unterstützen, und gibt so sein Einverständnis zur Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens.

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