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Tempolimit auf der Klosterstraße - Gegen den Lärm hilft nur das Limit

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Von: Sabine Hermsdorf-Hiss

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Auf dieser Strecke gilt fortan Tempo 30: Hans Jörg Oelschlegel vom Staatlichen Bauamt Freising war bei der Entscheidung eingebunden. Die Regelung ist vorerst auf fünf Jahre befristet. 
Auf dieser Strecke gilt fortan Tempo 30: Hans Jörg Oelschlegel vom Staatlichen Bauamt Freising war bei der Entscheidung eingebunden. Die Regelung ist vorerst auf fünf Jahre befristet.  © Sabine Hermsdorf-Hiss

Immer wieder hatten Anwohner über massiven Lärm geklagt. Jetzt sollen Tempo-30-Schilder an der Klosterstraße die Situation entschärfen.

Schäftlarn – Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer brachte es auf den Punkt: „Das Thema Lärm wird immer wichtiger, die Menschen werden sensibler – und jeder hat ein Recht darauf, geschützt zu werden.“ Umso größer sei ihre Freude, nun gemeinsam mit Bürgermeister Christian Fürst „im schönsten Stimmkreis Bayerns“ an der Klosterstraße zum Schutz vor Verkehrslärm Tempolimitschilder aufzustellen.

Mit von der Partie waren Hans Jörg Oelschlegel vom Staatlichen Bauamt Freising. Vorausgegangen war ein jahrelanger Kampf: Immer wieder hatten Anwohner darauf hingewiesen, dass die kurvige Strecke Richtung Kloster Schäftlarn von Motorrad- und Sportwagenfahrern als „äußerst beliebt“ angesehen wird. „Sie fahren den Berg hinunter, wenden, kommen wieder hoch und dann das Ganze noch einmal.“

Streckensperrung nicht möglich gewesen

Alle Ideen wie Umleitung oder Streckensperrungen scheiterten an der rechtlichen Grundlage. Erst die Neuregelung des Lärmschutzes und die damit verbundene neue Bewertung von Motorrädern brachte die Wende. Mit dem Hinweis auf Lärmbelästigung hatte es die Stadt Wolfratshausen geschafft, innerorts einen großen Teil der Straßen von Tempo 50 auf Tempo 30 herunter zu setzen. Voraussetzung war eine Lärmberechnung, die beweist, dass durch diese Reduzierung der Lärm um mindestens drei Dezibel abnimmt.

Die Gemeinde sah durch dieses Beispiel eine Chance für die Klosterstraße und sollte Recht behalten, wie Messungen bestätigten. Die Zahlen wurden dem Landratsamt übergeben, parallel dazu Staatsministerin Schreyer informiert, die sich ihrerseits an Staatsminister Joachim Herrmann wandte. „Für die Anlieger bedeutet die Geschwindigkeitsbegrenzung eine riesige Erleichterung“, so Fürst. Das kann eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, nur bestätigen. „Im Sommer am Abend auf der Terrasse zu sitzen, ist unmöglich“, sagt sie. „Man konnte sich kaum noch unterhalten.“

Acht Hinweise

Ein Punkt, den Schreyer nachvollziehen kann. „Die Festlegung der Dezibel muss sich der Lebenswirklichkeit anpassen. Darauf muss die Politik einfach reagieren.“ Dass das Limit auch eingehalten wird, dafür soll laut Fürst die Kommunale Verkehrsüberwachung sorgen. „Wir haben darum gebeten, die neue 30 Stundenkilometer-Regel verstärkt zu überwachen.“ Die Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Klosterstraße gilt von der B11 bis zum Ortsausgang in Richtung Schäftlarn zwischen 6 Uhr und 22 Uhr. Acht Hinweisschilder sollen dies bei den Verkehrsteilnehmern immer wieder in Erinnerung rufen. Die Regelung ist vorerst auf fünf Jahre befristet.

Auf dieser Strecke gilt fortan Tempo 30: Hans Jörg Oelschlegel vom Staatlichen Bauamt Freising war bei der Entscheidung eingebunden. Die Regelung ist vorerst auf fünf Jahre befristet. 
Auf dieser Strecke gilt fortan Tempo 30: Hans Jörg Oelschlegel vom Staatlichen Bauamt Freising war bei der Entscheidung eingebunden. Die Regelung ist vorerst auf fünf Jahre befristet.  © Sabine Hermsdorf-Hiss

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