+
Verunsicherung herrscht im Umfeld der Grundschule Schäftlarn.

Gefährliche „Flüsterpost“

Bizarre Grusel-Gerüchte um Kinderfänger: Polizei sorgt für Klarheit

Ein bärtiger Mann sorgt in Schäftlarn, Icking und Wolfratshausen für Angst: Er soll Kinder ansprechen und in sein Auto locken wollen. Immer wildere Gerüchte kochten hoch. Nun sorgt die Polizei mit deutlichen Worten für Klarheit.

Schäftlarn – Ein bärtiger Mann sorgt derzeit in Schäftlarn, Icking und Wolfratshausen für Angst und Schrecken. Angeblich lauert er Kindern auf dem Schulweg auf und will sie in seinen weißen Kastenwagen locken. Dieses Gerücht kursiert derzeit in und um Schäftlarn und nahm immer gruseligere Formen an. Kinder erzählten: „Da fährt ein Mann rum, der fängt Kinder und will ihre Organe klauen!“

Doch nun zieht die Polizei einen Schlussstrich: „Es gibt für die Besorgtheit von Eltern und Kindern keinen Grund“, betont Polizeihauptkommissar Steffen Frühauf von der Inspektion Wolfratshausen. „Komplette Entwarnung.“ Doch wie konnte es zu der Gerüchte-Lawine kommen? Alles begann mit einer Erstklässlerin in Schäftlarn, die Mitte Dezember daheim erzählte, ein bärtiger Mann habe ihr angeboten, sie im Auto zur Schule mitzunehmen, weil es so kalt war. Die besorgte Mama rief die Polizei. Der Fall stellte sich als belanglos heraus. Doch die „Flüsterpost“ war angerollt. Schon kursierten mehrere Versionen der Geschichte. „Die Polizei nahm die Mitteilung von Anfang an sehr ernst und leitete sofort Ermittlungen ein.“

Schäftlarns Grundschul-Rektor Wolfgang Prechter informierte die Eltern.

Derweil läuteten in der Grundschule Schäftlarn die Alarmglocken. Rektor Wolfgang Prechter informierte alle Eltern von dem Vorfall. Die Kinder lernten in einem „Sozialkompetenztraining“, wie sie reagieren sollen, wenn ein Fremder sie anspricht: „Uns ist wichtig: Den Kindern sollte keine Angst gemacht werden. Aber ihnen soll das Werkzeug in die Hand gegeben werden, in solchen Fällen richtig zu reagieren“, sagt Prechter.

Mittlerweile gingen Geschichten um, der Unbekannte beobachte Kinder am Spielplatz, auch in Icking. Die Grundschuledort verschickte Elternbriefe. Darin heißt es, ein „Bärtiger“ spreche Kinder an mit der „dreisten Finte: Die Mutter habe einen Unfall gehabt, sei im Krankenhaus und er solle das Kind abholen und nach Hause bringen.“ Die Polizei klärt auf: Dieser Elternbrief entstand durch ein Missverständnis zwischen Schule und Polizei. Frühauf: „Es ist kein einziger Fall bekannt, in dem Kinder gezielt angelockt wurden.“

Andrea Stinglwagner

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

SuperMUC-NG: Start für Garchings neuen Super-Rechner
150 Millionen Euro kostet der neue Superrechner am Leibnitz Rechenzentrum. Vom Blutkreislauf bis zur Astrophysik soll er der Wissenschaft dienen.
SuperMUC-NG: Start für Garchings neuen Super-Rechner
Züge rollen wieder zwischen Oberschleißheim und Moosach
Keine Züge fahren mehr auf der S-Bahn-Linie 1 zwischen Sturmtief zwischen Oberschleißheim und Moosach. Die Bahn hat einen Schienenersatzverkehr eingerichtet.
Züge rollen wieder zwischen Oberschleißheim und Moosach
Pilotprojekt in Kirchheim: Raus aus der Staufalle
Ab Oktober werden entlang der Staatsstraße 2082 acht unscheinbare, graue Plastik-Kästen an Laternenmasten hängen. Jede Box hat es in sich: Sie ist mit Sensoren …
Pilotprojekt in Kirchheim: Raus aus der Staufalle
Die inoffiziellen Unterschleißheimer
Zwischen der B13 und dem Hollerner See wohnen rund 160 Bürger in der Siedlung „Am Geflügelhof“. Offiziell gehört der Ortsteil zur Gemeinde Eching. Im alltäglichen Leben …
Die inoffiziellen Unterschleißheimer

Kommentare