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Teuflisch gut spielt Elias Emmert seine Rolle.

Theaterstück "Himmelwärts"

Die Hölle lauert unterm Bühnenboden

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Schäftlarn - Die Premiere des Theaterstücks „Himmelwärts“ hat am Freitagabend im Gymnasium Schäftlarn stattgefunden. Unsere Zeitung durfte tags zuvor schon bei der Generalprobe dabeisein.

Noch ist der Vorhang geschlossen, doch die Zeit läuft: In weniger als 24 Stunden werden die Zuschauer in der Schulaula des Gymnasiums Kloster Schäftlarn ihre Plätze zur Premiere des Stückes „Himmelwärts“ von Ödön von Horvath, einnehmen. Aufgeführt wird das Werk von der Theatergruppe Schäftlarn. 

Momentan jedoch herrscht hier alles andere als Premierenstimmung: Kabel werden entwirrt, Schminke und Frisuren überprüft, das Surren eines Akkuschraubers ist zu hören. „Wie vor jeder Generalprobe eben“, sagt Co-Regisseur Daniel Ahrndsen. 

Er muss es wissen: Selbst übernahm er 2013 die Hauptrolle in der Komödie „Floh im Ohr“ und wirkte im vergangenem Jahr in dem Stück „Der Revisor“ mit. Jetzt zeichnet er zusammen mit Herbert Schmid für „Himmelwärts“ verantwortlich. Schmid, Lehrer für Kunsterziehung und Katholische Religion, hat die Regiearbeit vor drei Jahren von Alwin Sauer und Ruth Bitai übernommen. „Ich kann nur sagen: Große Fußstapfen in die wir treten.“ 

Die Entscheidung für „Himmelwärts“ fiel schon im Frühjahr 2015, schließlich beginnen die Proben mit den 24 Schauspielern bereits im September mit dem Beginn des neuen Schuljahres. Zudem sind noch die Kostüme und die Masken zu organisieren, Plakate müssen entworfen und gedruckt, Webseiten gestaltet werden. Und nicht zuletzt braucht es ein Bühnenbild. 

Gerade hier ist der Truppe wieder ein Kunstwerk gelungen. Die Szenerie ist in Ebenen aufgeteilt – Hölle, Erde und Himmel, wobei sich die Darsteller aus der Unterwelt ihren Weg durch Luken im Bühnensockel sprichwörtlich nach oben erarbeiten müssen. „Aber das passt“, so Schmid, „schließlich taucht die Hölle immer unvermittelt auf, bei uns lauert sie unter dem gesamten Bühnenboden.“ Die Himmelsebene hingegen ist eher wie ein Beobachtungsposten, einerseits mit gutem Blick auf die Erde, andererseits durch Fensterausschnitte auf den anderen, den „dynamischen“ Himmel – dargestellt mit einem Ausschnitt des Deckenfreskos aus der Klosterkirche Schäftlarn. 

„Noch fünf Minuten“, ruft Ahrndsen in den Raum. Teufel Elias Emmert tänzelt an dem Regieteam vorbei, ein Fuß im Cowboystiefel, der andere bloß. „Den musst Du dir morgen noch dunkel schminken“, mahnt Schmid. „Das ging heute einfach nicht“, kontert Emmert und streckt seine Hände aus. Lange, lilafarbene und sorgfältig spitz gefeilte Kunstnägel zieren seine Finger. „Sieht gut aus, aber nicht gerade superpraktisch im Alltag.“ Auch Teufel müssen eben mal für den guten Zweck leiden. 

Dann beginnt die Generalprobe mit dem Heiligen Petrus (Simon Ahrndsen), der sich liebend gerne der Zeitungslektüre hingibt, der anfangs bemitleidenswerten Luise Steinthaler (Lara Lorenzl), dem immer gestressten Viveteufel (Jakob Teterycz) – und natürlich dem Teufel selbst. Emmert ist die Rolle wie auf den Leib geschrieben. Mit kalter Ironie verhöhnt er die verdammten Seelen, schreitet über die Bühne, verzweifelt an seinem Stellvertreter – um im nächsten Augenblick unbarmherzige Bestrafungen zu fordern. Eine geniale Leistung, sodass man sich am Ende des Stücks am Liebsten Petrus Worten anschließen möchte: „Wiedersehen, lieber Teufel, Wiedersehen!"

Aufgeführt wird „Himmelwärts“am 5., 7., 9., und 11. März in der Aula des Klostergymnasiums Schäftlarn. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

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