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Beschwerlich: die Stufen zum Bahnhalt.

Freistaat stuft Ausbau als "vordringlich" ein

Hoffnung für barrierefreien S-Bahnhof Ebenhausen 

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Ebenhausen – Neue Hoffnung keimt auf: Vielleicht wird es doch noch etwas mit dem barrierefreien Ausbau des S-Bahnhofs. Doch sicher ist nichts...

Der Freistaat stuft dieses Projekt als „vordringlich“ ein. „Als Station der S-Bahn München gehört Ebenhausen zu den Bahnhöfen, die aus Sicht des Freistaats vordringlich barrierefrei auszubauen sind“, sagt Kathrin Fändrich, stellvertretende Pressesprecherin des bayrischen Innenministeriums auf Anfrage des Münchner Merkur.  

Der Kampf der Schäftlarner zeigt Erfolg. Seit Jahrzehnten kämpfen Bürger und die Gemeinde für den barrierefreien Ausbau. Um den Bahnhof zu nutzen, müssen 51 Stufen überwunden werden. Fast unmöglich für ältere Menschen und Mütter mit Kinderwagen, absolut aussichtslos für Rollstuhlfahrer. „So kann es nicht weiter gehen“, hatte Bürgermeister Matthias Ruhdorfer (CSU) immer wieder betont. „Zumal wir hier auch zwei Altenheime im Ort haben.“ 

Anfang 2014 reichte er darum als Bürger eine Petition zum barrierefreien Ausbau der Haltestelle im Bayerischen Landtag ein. Diese unterstützten weit über 1000 Bürger mit ihrer Unterschrift. 

Bereits im September 2014 wurde die Petition mit der Beurteilung „Würdigung“ durch den Landtag an das Bayerische Staatsministerium weitergeleitet. 

Den Anstoß dazu hatte die Stadt Weiden in der Oberpfalz gegeben, die mit dem gleichen Problem kämpft. Weiden berief sich auf die UN-Behindertenrechtskonvention und forderte den Freistaat auf, sein Förderprogramm „Bayern-Paket 2013 bis 2018“ für den barrierefreien Ausbau so zu erweitern, dass auch der Bahnhof Weiden zeitnah von den Mitteln profitieren kann. Dabei wurde Ebenhausen nicht berücksichtigt. 

Nun ist dieser Bahnhalt in den Fokus des Freistaats gerückt. Die Kosten für den Ausbau belaufen sich nach Schätzung der Deutschen Bahn auf zirka 4,6 Millionen Euro. Derzeit wird über das Nachfolgeprogramm des „Bayern-Pakets“ zum barrierefreien Ausbau ab 2019 zwischen Freistaat und Bahn beraten. „Wir hoffen“, sagt ein Sprecher der Bahn, „dass wir bis Jahresende die Stationen bekannt geben können, die dann aufgenommen werden.“ 

Das Ministerium rechnet laut Fändrich im Sommer mit der Vorlage eines Gesamtkonzepts, auf dessen Grundlage weitere Entscheidungen getroffen werden. „Wie rasch die Maßnahmen abgearbeitet werden können, wird aber nicht zuletzt von den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln abhängig sein“, betont sie. Ein Hoffnungsdämpfer. 

Und: Die Ebenhauser sind mit ihrem Problem nicht allein. „Auch einige S-Bahnstationen mit einem vielfachen der Ein- und Aussteigerzahlen von Ebenhausen sind ebenfalls noch nicht barrierefrei ausgebaut“, sagt der Bahn-Pressesprecher. Als Beispiele nennt er Starnberg oder Isartor.

In dem Konzept sollen auch die Prioritäten der bayernweit anstehenden Maßnahmen aufgelistet werden – auch wenn „abschließende Festlegungen zur Platzierung einzelner Stationen derzeit noch nicht getroffen werden können“, untermauert Fändrich vom Ministerium. Die Schäftlarner müssen weiter Daumen drücken, dass der Bahnhof Ebenhausen weit oben auf der Liste stehen wird. Der Hoffnungsschimmer: Der Barrierefreiheit und Berücksichtigung von Bedarfsschwerpunkten wie Altenheime oder Behinderten-Einrichtungen sollen eine besondere Bedeutung zukommen.

Sabine Hermsdorf

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