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Wo soll’s langgehen? Aus sieben Varianten für die Schäftlarner Nordumfahrung hat der Runde Tisch drei Trassen (rot markiert) herausgefiltert, die alle von der B 11 (hellblau) abzweigen. Positiv bewertet wurden die Vorschläge B, E und BI.

Diskussion beim Bürgerforum

Sieben Varianten zur Nordumfahrung - Drei sind realisierbar

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Hohenschäftlarn - Das Ergebnis zur Nordumfahrung von Hohenschäftlarn steht fest: Aus sieben Varianten sollen drei Trassen weiter verfolgt werden. So sehen die einzelnen Ideen aus.

Seit dem ersten Bürgerforum vor einem Jahr haben sich die Vertreter aus Verwaltung, Behörden und Bürgerschaft mit Experten elfmal am „Runden Tisch“ getroffen. Gesucht wurde die verträglichste Variante für Schäftlarn. „Glauben Sie mir“, erklärte Stephanie Utz, Moderatorin vom Büro Identität und Image, den 100 Zuhörern, „wir haben viel diskutiert und miteinander gerungen“.

Kriterien waren die Schonung der Fauna, Immissionsschutz, Existenzsicherung der Landwirte oder zeitnahe Realisierbarkeit. Zudem gab es sogenannte Oberziele, wie die Verbesserung der Verkehrssituation im Ort. „Wir wollen nicht durch Verkehrsinseln erreichen, dass langsamer gefahren wird, sondern die Verkehrsbelastung minimieren“, sagte Stephanie Utz.

Aber wie bringt man die Lastkraftwagen dazu, die Starnberger Straße zu meiden? „Das liegt dann in Hand der Gemeinde“, antwortete Bauoberrat Peter Döbl vom Staatlichen Bauamt Freising. „Die Umgehung wird zur Staatsstraße und ihre Ortsdurchfahrt zur Gemeindestraße abgestuft. Dann kann ein Durchfahrtsverbot ausgesprochen werden.“ Ein Überblick über die Varianten und deren Bewertung durch den Runden Tisch:

Variante A: abgelehnt

Hier wird die Nähe zur Ortschaft als nachteilig angesehen. „Die Gefahr durch Siedlungsdruck besteht“, begründete Utz. „Zudem hätten wir hier fast eine mittige Zerteilung der Flur.“

Variante B: angenommen

Für sie sprechen der geringe Flächenverbrauch und der niedrigere Kostenfaktor. „Zudem wird die Geschwindigkeit Richtung Ortseinfahrt minimiert.“ Negativ: ein ungünstiger Anknüpfungspunkt.

Variante C: abgelehnt

„C ist B sehr ähnlich“, begründet Utz, „aber B hat ein paar Vorteile mehr.“ Zudem ist hier die Gefahr der Beschleunigung Richtung Ortseinfahrt gegeben.

Variante D: abgelehnt

„D schnitt in der Bewertungsmatrix so schlecht ab, dass die Interessensvertreter sie gleich herausgenommen haben“, erklärte Utz.

Variante E: angenommen

Diese Trasse verläuft nah am Waldrand. Das ermöglicht nach Ansicht des Runden Tisches eine gute Positionierung der Ausgleichsflächen zwischen Trasse und Wald. Haken daran: „Allerdings ist hier ein hoher Raumwiderstand gegeben, sprich, die Fauna hat hier eine große Bedeutung. Genaueres könnte eine Feinuntersuchung zeigen“, sagte Utz.

Variante F: abgelehnt

 „Der Anknüpfungspunkt ist zu nördlich, und je weiter weg sie anschließt, desto schlechter wird sie akzeptiert.“ Zudem ist auch die Grundstücksverfügbarkeit ist nicht gegeben.“

Variante BI: angenommen

Hier bietet sich ein möglicher Synergieeffekt mit Schorn an, auch ist die Trasse am Weitesten vom Ort entfernt und ermöglicht eine Kombination von Ausgleichs- und Ersatzflächen am Waldrand. Doch es gibt ein großes Aber: der Bannwald. Das sehen auch Thomas Immler (AELF Ebersberg) und Uwe Feickert (Firma U-Plan): „Solange es andere Varianten gibt, ist eine Realisierung als nicht erfolgreich anzusehen.“

Im Zuge des Entscheidungsprozesses wurden auch die zu erwartenden Verkehrsentlastungen der Münchner beziehungsweise der Starnberger Straße genauer untersucht. „Bei Variante A wird voraussichtlich die Starnberger Straße um 58 Prozent entlastet, die BI bringt ohne Schorn nur 42 Prozent“, stellte Utz die Zahlen gegenüber. „Bei der Münchner Straße ist Variante D mit 44 Prozent Spitzenreiter, die BI liegt mit 36 Prozent am unteren Ende.“ Hier meldete sich Andreas Gollasch zu Wort: „Dann ist diese doch am unwirtschaftlichsten“, meinte der Schäftlarner auch im Hinblick auf Döbls Faustregel, dass die Längste auch die Teuerste ist.

Apropos Kosten: Auf die Kosten will sich noch niemand festlegen, da noch zu viele Fragen offen sind wie der Grunderwerb oder die Ausgleichsflächen. „Man muss bedenken“, betont Rüdiger Schönenberg vom gleichnamigen Planungsbüro, „dass diese Varianten als Korridore und nicht als endgültige Fassung anzusehen sind“. Der Gemeinderat wird am Mittwoch, 24. Februar, entscheiden, in welche der Varianten tiefer eingestiegen wird. Ziel ist, genauere Daten zu erhalten – etwa zur Umweltverträglichkeit. Peter Döbl vom Staatlichen Bauamt rechnet damit, dass der Vorentwurf in zwei Jahren soweit ist. Und dann heißt es: „Hopp oder top.“

sh

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