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Für einige eine Rennstrecke: Motorradfahrer nutzen die Klosterstraße in Hohenschäftlarn wegen der vielen Kurven gerne als Rennstrecke. Die Anwohner sind sauer.

An der Klosterstraße

Wegen Motorrädern: Landratsamt prüft Streckensperrung

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Hohenschäftlarn - Wegen den vielen Motorradfahrern an der Klosterstraße prüft das Landratsamt die Möglichkeit, einen Teil der Strecke an Feiertagen und am Wochenende zu sperren.

Immer wieder heulen die Motoren: Die Nerven der Anwohner an der Klosterstraße in Hohenschäftlarn liegen blank. Besonders am Abend und an den Wochenenden missbrauchen Fahrer von Motorrädern und PS-starken Sportwagen die Straße mit ihren zahlreichen Kurven und Kehren als Test- und Rennstrecke. „Manche fahren bis zu zwölfmal hoch und runter“, berichtete Albrecht Reifenberger (51) dem Münchner Merkur. „Zuerst wird brav einmal die Strecke abgefahren, ob irgendwo die Polizei steht, und wenn nicht, dann gehts los.“ Die Motorradsaison hat begonnen.

Schutz der Umwelt geht vor Lärmschutz

Die Gemeindeverwaltung hat dem Landratsamt nun die Beschwerden der Anwohner vorgetragen. Offenbar hat die Kreisbehörde schon eine Idee: Man wolle prüfen, teilte Bauamtsleiter Stefan Jocher im Bauausschuss mit, „ob es nicht möglich sein, in der Zeit von 1. März bis 30. November an den Wochenenden und Feiertagen den Abschnitt zwischen dem Knotenpunkt Staatsstraße/Klosterstraße bis zum Kloster zu sperren.“ Grund für Maßnahme ist allerdings nicht der Lärmschutz, sondern der Schutz von Natur und Umwelt. 

Michael Waldherr (GU), selbst langjähriger Motorradfahrer, kritisierte diesen Vorschlag: „Ach, und unter der Woche sind die Kröten, die Bäume oder was auch immer nicht vorhanden?“ Der Politiker regte an, das Verbot von der Ampel/Klosterstraße bis zum Knotenpunkt auszusprechen. Ein Vorschlag, der sowohl bei Uli Stuke (Grüne) als auch Christian Fürst (CSU) offene Türen einrannte. Fürst: „Es gibt auch normale Nutzer, die vielleicht nur zum Biergarten des Klosterbräustüberl wollen. Die müssten dann einen riesigen Umweg in Kauf nehmen. Und wir sollten alles dran setzen, den Verkehr aus dem Wohngebiet rauszubringen.“ Stuke sah das ähnlich: „Ich glaube nicht, dass das Wochenendfahrverbot viel bringt. Dann fahren sie eben bei schönem Wetter Abends unter der Woche.“ 

Lärmschutz ist schwerer umzusetzen

Trotz aller Argumente sagte Bürgermeister Matthias Ruhdorfer (CSU): „Von unserer Seite reicht das nicht. Lärmschutz ist schwerer umzusetzen, als jeder andere Aspekt.“ Dennoch empfahl Stuke, den weitergehenden Vorschlag erst einmal prüfen zu lassen. „Man könnte den Zusatz anfügen, dass, wenn die Sperrung nicht möglich ist, der Vorschlag des Landratsamtes akzeptiert wird“, sagte Jocher. Doch das wiederum wollte der überwiegende Teil des Bauausschusses (6:3) nicht unterstützen. 

Was die Anwohner dazu sagen

Und was sagen die Anwohner zu dieser Entscheidung? „Ich bin da zwiegespalten“, formuliert es Matthias Nieland (44). „Denn wenn das Landratsamt dem nicht zustimmt, haben wir erst einmal gar nichts.“ Der Schäftlarner weist nochmal auf die ungute Situation hin: „Die Klosterstraße wird zum Warmfahren der Reifen benutzt und sogar wenn die Motorradfahrer eine Pause machen, bleibt der Motor an und wird bei Gesprächen untereinander ,überbrüllt’.“ Die Lage sei für die Anwohner mehr als nur angespannt: „Der Weg zur Selbstjustiz ist nicht mehr weit.“

sh

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