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Zusammenhalten für den Notfall – Die First Responder in Hohenschäftlarn (v.li.): Stefan Hiss (ehemaliger Feuerwehrkommandant), Daniel Buck (Amtierender Kommandant), Veronika Lohse (stellvertretende Responderleitung), Daniela König (Responderleitung).

Bei der Rettung zählt jede Minute

Zehn Jahre First Responder Hohenschäftlarn: Die Ersten, wenn’s um alles geht

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Sie verschaffen Notfallpatienten lebenswichtige Minuten und retten Menschenleben: Seit zehn Jahren gibt es den First Responder in Hohenschäftlarn.

Schäftlarn – Vor 25 Jahren fiel der Startschuss: Die First Responder nahmen als Untergruppe der Freiwilligen Feuerwehren ihren Dienst auf. Vor zehn Jahren wurde die Einheit auch in Hohenschäftlarn ins Leben gerufen – und ist seither nicht mehr wegzudenken. Die Johanniter hatten zunächst eine Ersthelfergruppe vor Ort gestellt. „Aber nur an den Wochenenden“, erinnert sich der damalige Erste Kommandant der Hohenschäftlarner Feuerwehr, Stefan Hiss. „Wir wurden gefragt, ob wir diese Aufgabe nicht übernehmen wollen.“

Erste Einsätze schon vor dem Start

Sie wollten – obwohl zuerst auch seitens der Gemeinde viel Skepsis herrschte. Wer sollte die Kosten übernehmen? Materialien, den Unterhalt und die Versicherung? Dennoch, der Gemeinderat und die Verwaltung gaben grünes Licht, da sich die professionellen Ersthelfer-Responder ausschließlich durch Spenden finanzieren wollten. „Offiziell wurden die First Responder am 18. Januar 2010 in Dienst gestellt.“ Was die Einheit aber nicht daran hinderte, schon Stunden vorher auszurücken“, blickt Hiss zurück. „Ein Kollaps in Neufahrn um 22.22 Uhr und gegen 4 Uhr früh ein Schwächeanfall.“

Bereits ein Jahr später konnten die Responder 153 Alarmierungen verzeichnen. „Im Durchschnitt liegen wir bei 200 Einsätzen jährlich“, rechnet die heutige Responderleiterin Daniela König vor. „Abgesehen von 2018 – da rückten wir 254 Mal aus. Das war ein Rekordjahr.“ Alarmiert werden die Helfer über die Leitstelle, bei Unfällen parallel zu den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. „Die Einsatzgebiete erstrecken sich hauptsächlich über den gesamten Gemeindebereich und die Autobahn“, bestätigt Erster Kommandant Daniel Buck.

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Bei Schlaganfall und Herzinfarkt zählt jede Minute

Früher fuhren die First Responder sogar bis Pullach und Solln – „aber aufgrund der Entfernung brachte das keinen Vorteil mehr für den Patienten.“ Denn gerade bei Schlaganfällen oder Herzinfarkt zählt jede Minute. „Unsere Hauptaufgabe ist“, wirft Stellvertretende Responderleiterin Veronika Lohse ein, „das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes so kurz wie möglich zu halten.“

Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass dies mehr als nur erfüllt wird. Im Schnitt sind die Helfer neun Minuten vor dem Rettungsdienst und zwölf Minuten vor Eintreffen des Notarztes vor Ort. Ausgebildet werden die First Responder über den Kreisfeuerwehrverband des Landkreises. „Jeder kann mitmachen. Und wenn man zudem bereits eine medizinische Grundausbildung, wie Sanitärer, hat, ist das natürlich optimal“, sagt König. Ebenso stehen Übungen, Fort- und Weiterbildung in regelmäßigen Abständen kommen, auf der Tagesordnung. „Keiner wird alleine gelassen – nicht vor, während und nach den Einsätzen.“

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Die Retter kennen die Patienten - das hat Vor- und Nachteile

Dass die 33 Mitglieder aus allen Gemeindeteilen kommen hat Vor- und Nachteile. „Einerseits zuckt man schon zusammen“, beschreibt König, „wenn man zu einer persönlich bekannten Adresse gerufen wird, andererseits ist es gut, die Leute zu kennen und so zu wissen, wie man mit ihnen umgehen muss.“

Aber: „Das System ist nicht geschaffen“, betont Buck, „den Rettungsdienst zu ersetzen. Dafür gibt es hauptamtliche Kräfte.“ Anders gesagt: „Die Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe, die First Responder – so unersetzlich sie auch sind – ein ,Nice to have’.“ Der Erste Kommandant würde sich daher mehr Unterstützung seitens der Regierung und des Feuerwehrverbandes wünschen. „Für eine Feuerwehr ist es nicht einfach, einen 24/7-Dienst zusätzlich vorzuhalten.

Und: Bei Blaulichtfahrten besteht Versicherungsschutz, aber wenn unseren Kräften auf dem Weg ins Gerätehaus etwas passiert, sind sie nicht versichert“, bringt Buck ein Beispiel. Er könne sich auch vorstellen, bezüglich des Materialverbrauchs die Krankenkassen mit in die Verantwortung zu nehmen. Dennoch: „Ich bin auf jeden einzelnen First Responder stolz.“

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