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Bürgerversammlung Schäftlarn: Im Prinzip herrscht Planungsstillstand

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Von: Sabine Hermsdorf-Hiss

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Die Schäftlarner Bürgerversammlung war unter strengen hygienischen Maßnahmen noch möglich.
Die Schäftlarner Bürgerversammlung war unter strengen hygienischen Maßnahmen noch möglich. © sh

Seinem Ärger machte ein Schäftlarner in der Bürgerversammlung Luft. Es ging um die zeitliche Verzögerung der Umgehung.

Schäftlarn – Rupert Doll war der Ärger regelrecht anzuhören. „Wie kann es sein“, stellte der Landwirt und Anwohner der Starnberger Straße in der Schäftlarner Bürgerversammlung die Frage in den Raum, „dass es sieben Grundeigentümer einfach so schaffen können, die Umgehungsstraße zu blockieren?“

Leiden unter Verkehrsaufkommen

Seit Jahren leiden die Anwohner unter dem hohen Verkehrsaufkommen und hatten sich durch den Bau einer Umgehung, die nördlich von Hohenschäftlarn über die Flur laufen soll, eine dringend notwendige Entlastung erhofft. Dass es schnell vorangehen wird musste Bürgermeister Christian Fürst im Sachstandsbericht zum Thema Umgehungsstraße verneinen. „Ich muss eher von einem Stillstand der Planungen berichten.“ Fürst erläuterte, dass im Juli eine Informationsveranstaltung mit den Grundstückseigentümern stattgefunden hatte. Für das weitere Genehmigungsverfahren der Trasse B – für die sich beim Bürgerentscheid 2019 die Mehrheit der Schäftlarner ausgesprochen hatten – ist eine artenschutzrechtliche Untersuchung notwendig. „Und zwar über einen Zeitraum von sechs Monaten. Beginn müsste spätestens Anfang Februar eines Jahres sein.“ Mit Fangzäunen soll untersucht werden, wie sich die Amphibien im Bereich der Trasse bewegen. Erst dann ist es möglich, festzulegen, welche Schutzmaßnahmen bei den Planungen der Straße ergriffen werden müssen. „Doch zum Betreten der Grundstücke brauchen wir die Erlaubnis der Eigentümer.“ Diese wurden von der Verwaltung mit der Bitte um Rückmeldung bis Mitte September angeschrieben – allerdings mit mäßigem Ergebnis. „Fünf haben ihre Zustimmung erklärt, sieben haben sie verweigert, drei haben sich trotz Nachfrist nicht gemeldet.“

Ein ganzes Jahr verloren

Wenn man den zeitlichen Vorlauf für Ausschreibung, Vergabebeschluss sowie Materialbeschaffung und den Aufbau des Zaunes berücksichtigt, „ist mit der erforderlichen Errichtung des Zaunes zum Februar 2022 definitiv nicht mehr zu rechnen. Im Prinzip verlieren wir ein Jahr.“ Wie sich die Gemeinde weiter verhalten wird, muss nun beraten werden. „Aber“, so Fürst, „eine Umgehung ist absolut erforderlich und auch unumstritten. Aber ich kann es nicht erzwingen.“

Das weitere Vorgehen soll ebenfalls in der Gewerbeklausur angesprochen werden. „Allerdings sehe ich unter zehn, fünfzehn Jahren noch keinen Baubeginn.“

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