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Josef Woratsch bei Dirigieren der Irschenhauser Blaskapelle.

Ehrung für 50 Jahre Dienst und 29 Jahre Erster Kommandant bei der Feuerwehr Ebenhausen

Woratsch: "Viele Bilder bleiben"

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Ebenhausen - Ein neues Gerätehaus, große Brände und schlimme Unfälle: Alles hat Josef Woratsch in 50 Jahren Feuerwehr erlebt. Nun sagte die Wehr danke - mit Fackeln und Musik.

„Angeworben hat mich der damalige Kommandant Hannes Schneider“, erzählt der heute 66-jährige Josef Woratsch, der seit 2012 Ehrenkommandant der Ebenhauser ist. „Zu Silvester hat er mir noch ein gutes neues Jahr gewünscht – um mich gleich zur Jahreshauptversammlung eine Woche später zwecks Aufnahme einzuladen.“

Die Feuerwehr hatte ihr Gerätehaus damals noch „gleich gegenüber von der Werkstatt vom Tyroller“, die Einsatzfahrzeuge waren zwei VW-Busse. „Einen für die Mannschaft, einen für das Gerät.“ Allerdings waren diese nicht immer so einsatzbereit wie erhofft: „Mit dem Anspringen gab's immer wieder Probleme“, erzählt Woratsch. „Wenn wir zu einem Einsatz gerufen wurden, mussten wir ein paar Mal anschieben, um überhaupt weg zu kommen. Und zurück war es das gleiche Spiel.“ 

1977 bekam die Ebenhauser Wehr ein neues Gerätehaus. Vorher war hier, an der Wolfratshauser Straße 71, das Autohaus Neff beheimatet. „Also hieß es erst einmal umbauen.“ Eine kleine Küche wurde eingerichtet, ein Schulungsraum geschaffen. Und alle packten mit an: „Wir haben so viel und lange geschweißt, gehämmert und Wände hochgezogen, dass sich die Nachbarn über den Lärm beschwert haben.“ Übrigens sollte das Gerätehaus eigentlich als Zwischenlösung sowohl für die Ebenhauser als auch die Hohenschäftlarner Wehr dienen. „Doch die Zusammenlegung scheiterte am Widerstand der Hohenschäftlarner.“ 

Ein Jahr später, 1978, wurde Woratsch im Alter von 28 Jahren zum Ersten Kommandanten gewählt. Ein Amt, das er über 29 Jahre ausüben sollte. Im Laufe dieser Jahre wurden neue Fahrzeuge angeschafft, erstmalig der Flohmarkt veranstaltet, und zusammen mit den Nachbarwehren eine eigene Truppmannausbildung in die Wege geleitet. 

In Woratschs Zeit als Kommandant fiel aber auch eine Serie von Brandstiftungen. „1983 war’s“, erzählt er, „fünf große Brände innerhalb einer Woche. Wir sind aus den nassen Anzügen schon gar nicht mehr rausgekommen.“ Mit einer der größten dieser Serie war der auf Gut Schwaige. „Zwölf Wehren waren im Einsatz und mussten koordiniert werden“, erinnert sich der dreifache Großvater. „Um die Wasserversorgung sicherzustellen, haben wir sogar unter den Gleisen Schläuche verlegt.“ 

Auch viele Unfälle sind dem ehemaligen Kommandanten noch in Erinnerung geblieben und damit ebenso das Problem, mit dem die Kameraden heute noch kämpfen: „die Gaffer“. Bei einem besonders schweren Unfall standen sogar Mütter mit ihren Kindern in der ersten Reihe. „Wir haben dem dann mit Hilfe von hochgehaltenen Decken ein Ende gemacht.“ 

2007 wurde Woratsch nach über 29 Jahren in seinem Amt von Gerhard Märkl abgelöst. „Es gibt viele Bilder, die bleiben. Im Feuerwehrdienst liegen Freud und Leid eng beieinander“, blickt der Ehrenkommandant auf die vergangenen 50 Jahre zurück. „Doch wenn man helfen oder sogar jemanden retten konnte, wusste man, dass so alles gut war."

Sabine Hermsdorf

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