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Werden die Bäume noch einmal gesund ausschlagen? Die Ahornallee am Kreuzweg in Ebenhausen. 

Am Kreuzweg in Ebenhausen

Baumkronen brutal gekappt

Der Kahlschlag ist erschreckend. Die Pflegearbeiten an den Ahornbäumen am Kreuzweg in Ebenhausen wurden offenbar nicht fachgerecht durchgeführt.

Ebenhausen – „Fürchterlich, einfach nur fürchterlich.“ Erich Rühmer, Vorstand des Isartalvereins und ehemaliger Bürgermeister von Schäftlarn, ist das Entsetzen bei diesem Anblick noch immer anzuhören: Von etwa 33 Spitzahorn-Bäumen, die nahe des Kreuzwegs in Ebenhausen eine „ortsprägende Allee“ bildeten, waren zum Teil nur noch die Stämme und ein paar in den grauen Himmel ragende Hauptäste übrig. Die Kronen hingegen waren der Motorsäge zum Opfer gefallen.

Bereits am Vorabend hatten zahlreiche Anrufer den Naturschützer alarmiert. „Also bin ich hingefahren, um das Ganze selbst in Augenschein zu nehmen – und dachte dann nur noch, dass es das doch nicht sein könnte.“

Rühmer kennt die Gegend nur zu gut, ist er doch im nahen Holzen geboren. Und auch als Bürgermeister gab es immer wieder Berührungspunkte mit dem Areal.

„Früher einmal sollte hier eine Villenkolonie entstehen“, erzählt er aus der Geschichte des Schäftlarner Ortsteils. „Jakob Heilmann, ein Münchner Architekt und Bauunternehmer, wollte hier die ,Gartenstadt Ebenhausen’ errichten und überplante das Areal.“ Aus dieser Zeit, „ich denke so um 1910“, stammen wohl auch die Bäume. „Damals hat man zuerst die Alleen und Straßen gemacht und dann gebaut, heute ist es umgekehrt.“

Doch das Vorhaben mit der Gartensiedlung zerschlug sich, der Erste Weltkrieg begann. Während Rühmers Amtszeit als Gemeindeoberhaupt sollten die Grundstücke versteigert werden. „Ich bekam vom Gemeinderat den Auftrag, mitzubieten, um so für Schäftlarn Vorratsflächen, die später einmal für Tauschgeschäfte gebraucht werden könnten, zu sichern.“ Letztendlich wurde die Gemeinde – „ausgemacht war, dass ich bis 50 DM pro Quadratmeter mitgehen durfte“ – jedoch überboten. Seitdem ist das Gelände in Privatbesitz und befindet sich in einem Bereich, wo laut Bürgermeister Matthias Ruhdorfer (CSU) „die Baumschutzverordnung nicht mehr greift.“

„Der Auftrag zum Zurückschneiden der Bäume ging vom Grundstückseigentümer aus“, teilt Franziska Herr, Pressesprecherin des Landratsamtes München mit. Die Untere Naturschutzbehörde hat sich mit ihren Vertretern selbst ein Bild von den Arbeiten gemacht und festgestellt, „dass die Pflegearbeiten nach bisherigem Kenntnisstand nicht fachgerecht durchgeführt worden sind.“

Soll auch heißen, dass es nicht sicher ist, ob die Bäume wieder gesund ausschlagen werden. Nun wird untersucht, ob Verstöße gegen das Bundesnaturschutzgesetz vorliegen. Franziska Herr: „Die Prüfung dauert noch an, sodass wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine konkreten Aussagen hierzu treffen können.“

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