Von einem Blumenmeer gesäumt war das Gebäude in der Vergangenheit: Die historische Abbildung der Zech-Villa stammt aus Lia Schneider Stöckls Buch „Ebenhausen im Isartal“.
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Von einem Blumenmeer gesäumt war das Gebäude in der Vergangenheit: Die historische Abbildung der Zech-Villa stammt aus Lia Schneider Stöckls Buch „Ebenhausen im Isartal“.

Landesamt für Denkmalpflege erhebt die Villa Zech zum Baudenkmal

Kleinod in Ebenhausen genießt ab sofort Schutz

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    VonSabine Hermsdorf-Hiss
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Die Villa Zech ist ab sofort ein Baudenkmal. Damit genießt es einen Bestandsschutz. Viele Schäftlarn wird das freuen.

Schäftlarn – Die Zech-Villa in Ebenhausen: Ein laut Bürgermeister Christian Fürst historischer Bestandteil des Ortsteils Zell, den man erhalten solle. Aus diesem Grund hat sich im Mai dieses Jahres die Gemeinde an das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) gewandt, um es auf seine Denkmaleigenschaften hin prüfen zu lassen. Das Ergebnis der Behörde: „Die Voraussetzungen sind erfüllt. Es handelt sich bei der Villa und dem Gartenbereich an der Zechstraße 45 um ein Baudenkmal.“

Pension wurde 1910 gebaut

Nach dem Tod der Eigentümerin gab es hinsichtlich der Bebauung des Grundstücks mehrere Anfragen. „Es ist zu befürchten, dass das Haus nicht erhalten wird“, betonte Fürst in der damaligen Gemeinderatssitzung. Der Leipziger Gastronom Georg Zech – er war der Inhaber der Paulaner-Gaststätten in Leipziger Stadtzentrum und in Ingolstadt – hatte die Villa mit Pension 1910 errichten lassen. „Ebenhausen hatte er bei einem Kuraufenthalt im Sanatorium kennen- und schätzengelernt“, schreibt Lia Schneider-Stöckel in ihrem Buch „Ebenhausen im Isartal“. Den Garten ließ er sogar so gestalten, dass Gäste die Möglichkeit zum Kneipen hatten. „Und damit die Besucher den Weg schneller finden, stellte er in Hohenschäftlarn an die Abzweigung der B11 in der nach Anwänden führenden Straße ein Schild mit dem Namen ,Zech‘ auf.“ So kamen die Villa und auch die vorbei führende Straße zu ihrem Namen.

Besitzerin wurde über 100 Jahre alt

Nach seinem Tod lebte seine Tochter Maria Kehr in dem Haus. Sie war den Ebenhausern für ihre Eleganz bekannt – und dafür, dass sie das hohe Lebensalter von 103 Jahren erreichte und somit als eine der ältesten Bürgerinnen galt. Im Juli machte sich das Landesamt für Denkmalpflege selbst ein Bild. „Dem dreigeschossigen Bau ist nach Süden ein loggienartiger Balkonvorbau vorgesetzt. Der Balkonvorbau wurde in den 1930er Jahren erneuert“, ist in dem Bericht zu lesen. „Im Inneren sind noch sehr umfangreich Ausbauelemente aus der Bauzeit erhalten.“ Ebenso fanden hier in den 1930er Jahren Ergänzungen der Ausstattung statt. Der im Süden liegende Gartenbereich weist eine breite Fläche unmittelbar vor dem Haus auf, wie zwei tiefer liegende, mit Mauern eingefassten Terrassen. „Die Figuren an an der Brüstung der mittleren Ebene sind aus Gussstein“, heißt es weiter, Brunnen und gekieste Wege bereichern die Gartenanlage.“ Für das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege ein klarer Fall: „Die Villa Zech wird mit sofortiger Wirkung in die Denkmalliste eingetragen.“

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