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Ein Blumenfreund: Frater Walter Schreiber.

Kloster Schäftlarn: Frater Walter Schreiber gestorben

"Herz der Pforte" hört auf zu schlagen

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Schäftlarn – Frater Walter Schreiber, das Herz der Kloster-Pforte:  Es hat aufgehört zu schlagen - im Alter von 71 Jahren. 

Schreiber kam ursprünglich aus dem ehemaligen Sudetenland, aus Parschnitz. „Doch die Familie musste, wie so viele andere, die Heimat verlassen“, erzählt der Abt des Klosters Schäftlarn, Petrus Höhensteiger. Ein neues Zuhause fanden die Schreibers in Bad Wiessee, dort ging der junge Walter zur Schule und absolvierte seine Ausbildung. „Frater Walter erzählte immer gerne, dass er als Bub das Privileg hatte, über den Tegernsee zur Schule fahren zu dürfen“, erinnert sich der Abt. 

Der Kontakt zum Kloster Schäftlarn entstand über zahlreiche Besuche. Schreiber beschloss, dem Benediktinerorden beizutreten und legte 1997, im Alter von 53 Jahren, die Profess ab. „Von Anfang an unterstützte er Frater Herrmann, der selbst 60 Jahre für die Pforte zuständig war“, berichtet Höhensteiger. „Nach dessen Tod übernahm Frater Walter diesen Dienst dann ganz“ – und war der Mann an der richtigen Stelle: „Egal, ob jemand in den Ferien etwas vergessen hatte: Er sperrte auf, war Ansprechpartner für Mitbrüder, Schüler, Lehrer oder Präfekten. Alle hatten mit ihm zu tun, keiner kam an ihm vorbei.“ 

Und gerade diese Hilfsbereitschaft, Weltoffenheit und Kommunikationsstärke verschaffte Schreiber die uneingeschränkte Zuneigung seiner Mitmenschen. 

Doch es war nicht nur die Pforte, die in Frater Walters Aufgabenbereich fiel: Der 71-Jährige zeichnete für die Gästebetreuung mitverantwortlich, übernahm den Dienst in der Sakristei und kümmerte sich zusammen mit Josef Eder um die Jahreskrippe. 

„Außerdem war er ein absoluter FC-Bayern-Fan. Da war er immer auf dem neuestem Stand.“ Zudem versorgte er „mit Hingabe“ die Klosterkatze und die Blumen vor der Pforte. „Er hat sogar die wieder hochgepäppelt, die andere schon längst aufgegeben hätten“, sagt Abt Petrus. Der grüne Daumen des Verstorbenen bleibt in Erinnerung. „Frater Walter hinterlässt hier bei uns allen eine große Lücke."

Sabine Hermsdorf

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