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Schäftlarns neuer Bürgermeister.

Ein Fürst für Schäftlarn

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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In Schäftlarn hat Christian Fürst (CSU) die Stichwahl für sich entschieden und wird neuer Bürgermeister.

Schäftlarn – Knapper hätte es kaum sein können: In Schäftlarn hat Christian Fürst (CSU) die Stichwahl für sich entschieden und wird neuer Bürgermeister. Mit 112 Stimmen Vorsprung (51,7 Prozent) siegte Fürst gegenüber seinem Mitbewerber Marcel Tonnar, der als Parteifreier für die Grünen antrat. (48,3).

Die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 Prozent. Das bedeutet, dass 3354 Wähler in Schäftlarn ihre Stimme per Briefwahl abgaben. Gültig davon waren 3328, 26 konnten nicht gewertet werden.

„Der reinste Wahlkrimi“, waren sich beide Kandidaten einig. Das erste Auszählungsgebiet (Rathaus Sitzungssaal) ging um 18.58 Uhr ein. „Dann lag jeder mal vorne“, sagt Fürst, dem die Anspannung noch anzuhören ist. „Das war unglaublich“, stimmt ihm Tonnar zu. Um 19.14 Uhr stand dann der Sieger fest: Christian Fürst hatte ganz knapp die Nase vorne. Den Zahlen seines Mitbewerbers zollt er großen Respekt: „Wir haben beide ein tolles Ergebnis eingefahren.“

Fürst erfuhr im Rathaus vom Ergebnis der Stichwahl. „Ich habe mich riesig gefreut“, sagt er. „Auch wenn ich nach diesem Hin und Her erst einmal tief durchatmen musste.“ Den Samstag über war er noch ziemlich entspannt, erst am Sonntag steigerte sich die Nervosität. Was dagegen half? „Hausarbeit wie Wäsche waschen, Vereinstätigkeiten via Laptop erledigen und – natürlich auf Abstand – die Eltern kurz kontaktieren.“

Tonnar bedauert, dass er nicht gewonnen hat

Tonnar wiederum bedauert, dass er nicht gewonnen hat, aber dennoch: „Das war eine einzigartige Geschichte.“ Auch er verbrachte den Wahltag Zuhause oder lenkte sich mit Spazieren gehen ab. Als die Zahlen im Internet verkündet wurden, eilte Tonnar sofort ins Rathaus, um seinem Mitbewerber zu gratulieren. „Trotzdem darf man bei diesem Ergebnis nicht vergessen, dass rund die Hälfte der Schäftlarner hinter den Programmpunkten der Grünen, wie zum Beispiel die Direktvermarktung der Erzeugnisse unserer Landwirte oder bezahlbarer Wohnraum, stehen“, sagt er. „Und die werden wir jetzt auch im Gemeinderat weiter verfolgen.“

Die nächsten Sitzungen hat auch Fürst vor Augen. „Ich werde mich in den kommenden Wochen so gut es geht auf das Amt vorbereiten, damit wir, der neue Bürgermeister und der Gemeinderat, uns zum Wohle Schäftlarns einsetzen können.“ Für ihn zähle eine gute Zusammenarbeit - „gerade in der jetzigen Zeit ist ein Miteinander nicht ersetzbar.“ Doch nun heißt es erst einmal nach Hause gehen und ein bisschen feiern. „Genauer gesagt, ich werde jetzt die lange Liste mit Anrufen und Nachrichten abarbeiten.“  

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