Eigentlich ergaben die Messungen, dass ein Tempolimit nicht so gut wäre.
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e. (Symbolbild)

Langsamer unterwegs als erlaubt

Geschwindigkeitsbeschränkung für Teil der Neufahrner Straße nicht sinnvoll

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    VonSabine Hermsdorf-Hiss
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Die Neufahrner Straße zwischen Zell und Neufahrn in Schäftlarn darf eigentlich nur mit Ausnahmegenehmigung befahren werden. Doch nicht jeder hält sich daran.

Schäftlarn – Laut Bürgermeinung sind die Fahrzeuge auf der Strecke viel zu schnell unterwegs. Die Bürger baten die Gemeinde, bei der Polizei eine Anfrage bezüglich einer Geschwindigkeitsbeschränkung zu stellen. Das Ergebnis überrascht.

„Wir haben bereits dafür gesorgt“, so Bürgermeister Christian Fürst in der vergangenen Sitzung des Umwelt- und Mobilitätsausschusses, „dass die Ausnahmegenehmigungen nur bei einer ausreichenden, nachvollziehbaren Begründung erteilt werden.“ So konnten die Berechtigungen in der Vergangenheit bereits von rund 600 auf knapp 200 reduziert werden. „Und: Ein ,Ich muss mal schnell zur Autobahn’ ist keine Begründung.“

Begrenzung wäre kontraproduktiv

Die Situation ist immer wieder Thema in den Ausschusssitzungen. Bereits vor sechs Jahren beschäftigte sich der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss damit. Bei einer siebentägigen Messung wurden 2015 trotz kaum vorhandener Ausweichmöglichkeiten auf der schmalen Strecke 2702 Fahrzeuge als Nutzer beider Fahrtrichtungen gezählt. „Das sind 415 täglich“, rechnete der damalige Bauamtsleiter Stefan Jocher vor. 1272 (47 Prozent) fuhren bis zu 39 Stundenkilometer schnell, nur 16 Fahrzeuglenker (0,6) waren mit mehr als 80 Stundenkilometer unterwegs. Könnte eine Geschwindigkeitsbegrenzung wirklich helfen? „Nein“, heißt es laut Fürst von Seiten der Polizei. Die Straße liegt im Außenbereich – hier wäre eine zulässige Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern rechtens. „Wir könnten also lediglich auf Tempo 70 reduzieren.“ Und das wäre zugegebenermaßen kontraproduktiv. „Nicht“, warf Jakob Metz (GU) unter dem Gelächter seiner Ratskollegen ein, „dass jemand dann glaubt, er muss das fahren.“

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