Beate Zschäpe: Verteidiger fordern maximal zehn Jahre Haft

Beate Zschäpe: Verteidiger fordern maximal zehn Jahre Haft
Für den selbstlosen Einsatz: Ministerpräsident Markus Söder überreicht Urkunden und Medaillen an Michael Spögele und Verena Trum. Foto: sh

Michael Spägele aus Neufahrn mit Christophorus-Medaille geehrt

Lebensretter mit starkem Händedruck

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Eine ganze Armee an Schutzengeln hatte im Januar vergangenen Jahres ein 56-Jähriger aus Söcking.

Neufahrn/München – Der Mann verlor auf der A 95 nach einem Herzinfarkt die Kontrolle über sein Fahrzeug. Michael Spägele aus Neufahrn und Verena Trum aus München reanimierten den Verletzten noch an der Unfallstelle. Für diese Tat wurden sie jetzt vom Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder in der Münchner Residenz belobigt und mit der Christophorus-Medaille geehrt.

Es war ein Wintertag. Michael Spägele war auf der A 95 Richtung Starnberg unterwegs. „Die Straße selbst war frei, nur am Rand lag Schnee. Außer mir war kaum jemand unterwegs.“ Plötzlich fielen ihm an der Leitplanke eingedrückte Stellen auf. „So, als ob jemand immer wieder dagegen gefahren wäre. Ich dachte mir noch, ,Hat der Schneeräumer heute einen schlechten Tag gehabt oder was ist hier los?’“ Plötzlich sieht der 41-Jährige, der in seiner Freizeit bei der Feuerwehr aktiv ist, mehrere Autos am Straßenrand stehen. „Ein Taxi stand quer, eine junge Frau rannte mit einem Verbandskasten zu einem weiteren Fahrzeug, das in die Leitplanke gekracht war.“

Spägele sicherte die Unfallstelle ab. Er schnappte sich die Sanitätstasche und kletterte zu dem Verletzten ins Auto, der einen Herzinfarkt erlitten hatte. „Er wurde blau im Gesicht.“ Der Neufahrner schüttelte ihn. „Er setzte einen Schmerzreiz“, wird über ein Jahr später in der Laudatio zu seiner Tat zu lesen sein. „Doch in dem BMW war es unglaublich eng, man konnte auch den Sitz nicht verstellen. Eine Reanimation im Auto? Unmöglich.“ Er packte den Verunfallten am Gürtel und zerrte ihn mit Unterstützung von Verena Trum aus dem Auto. „Auf der Straße begannen wir, ihn wieder zu beleben. Ich übernahm die Herzdruckmassage, Frau Trum beatmete ihn.“ Plötzlich hielt ein weiteres Auto. Florian van Laak, ein Bekannter Spägeles und First Responder bei der Feuerwehr Hohenschäftlarn, eilte zu den Helfern. Eigentlich war er selbst auf dem Weg zu einem anderen Einsatz. Doch der erfahrene Retter erkannte die Brisanz der Situation. „Er hatte einen Defibrillator dabei. So überbrückten wir die Zeit, bis die alarmierten Rettungskräfte zu uns stießen.“ Spägele atmet tief durch. „Gefühlt war das eine Ewigkeit.“ Doch der Einsatz war nicht umsonst: Der Verunglückte überlebte. Für dieses engagierte Verhalten wurden Spägele und Trum geehrt.

„Aufgeregt war ich schon“, gibt der 41-Jährige zu. „Das bekommt man schließlich nicht alle Tage.“ Und dann der große Augenblick: Ministerpräsident Markus Söder überreichte die Auszeichnungen. „Ich kann ihnen allen nur für ihren selbstlosen Einsatz danken“, lobte er. „Und ich hoffe, dass viele andere ihrem Beispiel folgen werden.“ Herzlich schüttelte er Spägele die Hand und stutzte. „Bei ihrem Händedruck“, so der Ministerpräsident in Anspielung auf die von Spägele minutenlang durchgeführte Herzdruckmassage, „da wundert mich gar nix mehr.“

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